Anna Thur

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Von der Zeit erwarte ich viel zu viel.

Wenn ich nicht aufpasse, stopfe ich in einen Tag das Arbeitspensum von zwei oder drei Tagen. Gleichzeitig kann ich mich sehr gut in Dinge vertiefen und verliere andere Aufgaben aus dem Blick. Deshalb musste ich lernen, meine Zeit zu planen. Dazu brauche ich drei Dinge:

An der Tür klebt (1.) ein Open Diary*, der nicht nur vom Design her großartig ist. Er ist gestalterisch total reduziert und gibt mir dadurch jede Menge Freiraum. Eigentlich ist er als eine Art Tagebuch gedacht, aber ich nutz ihn als Jahreskalender.

Der Vorteil: Auf einer Plakat-Seite habe ich das ganze Jahr im Blick.

Der Nachteil: Natürlich reicht der Platz nicht für alle Dinge aus, die in einem Jahr so anfallen.

zeit an der tuer

Deshalb brauche ich (2.) einen Kalender, den ich im Alltag benutzen kann. Nach ein paar Experimenten habe ich mich entschieden, alles in meinem Mailprogramm zu erledigen. Bis letztes Jahr habe ich an Timern aus Papier gehangen.

Der Nachteil der elektronischen Lösung: Die Technik schrottet sich ganz gerne auch mal selbst und wenn man keine synchronisierte Version auf einem mobilen Gerät hat, ist der Kalender nicht immer dabei.

Der Vorteil: Ich bin meine gelben Klebis und sonstige Zettel losgeworden, weil ich Aufgaben direkt ins Mailprogramm hineinarbeite.

Ein Kalkulationsprogramm ist die 3. Sache für mein ‚Zeitglück‘. Das klingt völlig unsexy und wie der beste Kreativitätskiller, den sich ein Autor zulegen kann. Und es kostet mich echt Disziplin, das kontinuierlich weiter zu nutzen. Aber es hilft so sehr, dass ich einfach damit weiter machen muss.

Denn in diesem Kalkulationsprogramm habe ich aufgeschlüsselt, was ich in einer Woche schaffen muss. Dafür habe ich Zeitbudgets angelegen. So gibt es ein Zeitbudget für das Blogschreiben, für das Schreiben von langen und von kurzen Texten, für Lernen, Social Media, Büro … Die habe ich aus Erfahrungswerten gebastelt. Wenn ich aufschreibe, was ich wann tue, kann ich am Ende der Woche schauen, was ich geschafft habe. Ich finde meine Zeitkiller, kann aber auch endlich sehen, was ich erreicht habe. Zwischendurch schaue ich drauf und sehe: Hey, diese Woche hast du zu wenig Buchhaltung und Büro gemacht, das fällt dir nächste Woche auf die Füße. Dann gibt es vielleicht keinen zweiten Zeit-Mittwoch, an dem ich wieder für Euch etwas über Zeit im Blog schreibe …

 

* Das Open Diary ist vom Verlag Hermann Schmidt Mainz und für mich als bekennenden Schmidt-Fan ein Muss. Ihr findet ihn hier http://www.typografie.de/shop/index.php/de/open-diary-2041.html

© 2017 Anna Thur. Alle Rechte vorbehalten.

Thema von Anders Norén.