Das Filmmuseum Potsdam ist wieder geöffnet. Nach anderthalb Jahren ist der Marstall, in dem sich das Museum befindet, saniert, der Brandschutz modern. Zu sehen gibt es die Dauerausstellung „Traumfabrik. 100 Jahre Film in Babelsberg“ und bis November 2015 die Wechselausstellung zur Animationsserie „Die Abenteuer des jungen Marco Polo“, die seit Oktober 2014 auf dem Kika läuft. So viel vorab: Es lohnt sich richtig, beide Ausstellungen anzuschauen und Zeit dafür mitzubringen.

Die Dauerausstellung

In der unteren Etage des Filmmuseums auf der rechten Seite ist die Dauerausstellung. Sie dreht sich um das, was in den letzten 100 Jahren in Babelsberg produziert wurde: von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ über Tarantinos „Inglourious Basterds“ bis hin zur „Sonnenallee“ oder historischen Produktionen. Einzelne Gewerke werden vorgestellt und man kann bspw. In der Schnittabteilung einen eigenen kleinen Film schneiden oder zusammensetzen. Wer Teil der Traumfabrik werden möchte, eine Rolle in der „Sonnenallee“ oder in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (ja, DER Film) ergattern möchte, spricht in der Casting-Box vor. Kleine Mitschnitte werden in einen der Filme transferiert und per Mail kann man sich das Werk nach Hause mailen lassen. Kurz nach Ausstellungseröffnung hat das allerdings bei uns nicht funktioniert, hoffen wir, dass es inzwischen geht. Im Minikino gibt es am Ende der Ausstellung noch ein Medley der beliebtesten und berühmtesten Babelsberg-Schöpfungen. Und dann sind wir gewappnet für die obere Etage und einen Ausflug in die Welt des großen Abenteurers.

„Die Abenteuer des jungen Marco Polo“

Nach Presseberichten hat die Ausstellung 300000 Euro gekostet und die sind zu sehen. In liebevoller Kleinstarbeit sind Marktstände entstanden, wurden Kulissen angemalt, brennt ein Feuer, laden alte Bücher zum entdecken ein, wecken Türen, hinter denen sich Filmausschnitte und Spiele verstecken, die Neugier: so geht Ausstellung 2014. Nach zwei Stunden Informationsflut kommt dann vor allem auch eins gelegen: Mitten im orientalischen Basar, zwischen Gewürzen und exotischen Marktwaren lassen wir uns auf Teppichen und glitzernden Kissen nieder, um eine Runde fernzusehen. Marco Polo natürlich.

Weitere Infos

Zur Dauerausstellung gibt es hier: http://www.filmmuseum-potsdam.de/de/381-0.htm.

Die Marco-Polo-Wechselausstellung ist bis zum 01.11.2015 zu sehen. Im Internet ist sie unter http://www.filmmuseum-potsdam.de/de/432-0.htm zu finden.

Das Filmmuseum ist auf Facebook https://de-de.facebook.com/filmmuseumpotsdam und twittert hier https://twitter.com/filmmuseumpotsd.

Im Filmmuseum gibt es übrigens auch wieder ein Programmkino und es scheint, dass der Spielplan etwas breiter angelegt ist. Im Eröffnungsmonat gibt es leider nicht „Night on earth“ (was mein persönlicher Filmmuseums-Klassiker ist), aber Jim Jarmusch fehlt natürlich nicht und auch Hitchcock ist vertreten. Seid gespannt auf Weiteres, ich werde berichten.