Anna Thur

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Schlagwort: Graphic Novel (Seite 1 von 2)

[Rezension] Die Brockhaus Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens

Langsam zieht eine weihnachtliche Grundstimmung auf, Zeit für die passenden Geschichten. In der Bibliothek habe ich mir die Weihnachtsgeschichte von Dickens als Graphic Novel rausgesucht. In letzter Zeit hatte ich mit Graphic Novels unheimliches Glück, deswegen bin ich etwas verwöhnt, wie ich sofort feststelle.

Der Anfang ist etwas langatmig, die Geschichte wird sehr trocken erzählt. Ein bisschen mehr Spannung hätte sich da ruhig aufbauen lassen. Ich überspringe Seiten, schaue, ob es sich bessert. Und dann das: Das Ende ist etwas sehr süß erzählt und gezeichnet. Der Wandel von Ebenezer Scrooge kam dafür zu schnell. Auffallen auch die langen Sprechblasen und dass die Großbuchstaben, in denen der Text geschrieben ist, das Lesen erschweren. Insgesamt ist es erwartungsgerecht brockhausmäßig solide umgesetzt. Aber so richtig Spaß habe ich nicht und werde das Buch nicht mitnehmen.

 

Klappentext

Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Doch der grantige und kaltherzige Geizhals Ebenezer Scrooge lehnt das Weihnachtsfest ab. Da bekommt er unerwarteten Besuch: Der Geist seines Geschäftspartners prophezeit Scrooge ein düsteres und einsames Ende. Es folgen die Geister der vergangenen, der diesjährigen und der zukünftigen Weihnacht, die ihn mit auf eine Zeitreise nehmen. So besinnt Scrooge sich schließlich, sein Leben zum Guten zu ändern. // Die oft adaptierte Weihnachtsgeschichte von 1843 ist einer der berühmtesten und vor allem herzerwärmendsten Romane von Charles Dickens. // Die Reihe Brockhaus Literaturcomics bereitet Klassiker in mitreißenden Bildergeschichten auf. Mit diesen Bänden wurde ein vielbeachtetes neues Buchformat geschaffen, das junge Leser ab 10 Jahren an die großen Geschichten der Weltliteratur heranführt. Zu jedem Comic gibt es im Anhang Informationen zum Werk und zum Autor. Weitere Titel aus der Reihe Brockhaus Literaturcomics sind erhältlich.

 

Fakten

Eine Weihnachtsgeschichte // Charles Dickens

Text: Patrice Buendia

Zeichner: Jean-Marc Stalner

Brockhaus Literaturcomics

ISBN 978-3-577-00330-8

Das Buch bei Lovelybooks.

[Speed Dating #7] Saucier und Remarque – Leben und Krieg

Gerade stecke ich mit dem Kopf noch etwas in „Dark Wonderland – Herzkönigin“ gedanklich fest und weil ich nächste Woche mit dem zweiten Teil der Reihe anfange, brauche ich entweder etwas, was ich parallel dazu lesen kann oder etwas, was ich dieses Wochenende sofort auslese. Deshalb habe ich mich entschlossen mir im [Speed Dating] heute folgende drei Bücher anzuschauen:

  1. Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr
  2. Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, eine Graphic Novel von Peter Eickmeyer
  3. Michel Plessix – Der Wind in den Weiden, Nach dem Roman von Kenneth Grahame

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Jocelyne Saucier habe ich beim Lovelybooks Leserpreis entdeckt und der Klappentext hat mich sofort überzeugt. Allerdings könnte ich mir vorstellen, da es ein Buch aus dem Suhrkamp//Insel Verlag ist, dass es nicht ganz so einfach zu lesen ist und einfach etwas Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit braucht.

Der Einband kommt sehr schön daher. Ich mag das Cover, dass für mich Ruhe und Kraft ausstrahlt.

Klappentext (Quelle: Suhrkamp // Insel):

Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

Ein Leben mehr ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Ich lese an, der Einstieg:

„Eine Geschichte, in der es um Menschen geht, die spurlos verschwinden, um einen Todespakt, der dem Leben sein Salz gibt, um den unwiderstehlichen Ruf der Wildnis und um die Liebe, die dem Leben seinen Sinn gibt. Die Geschichte klingt unwahrscheinlich, aber da wir Zeugen haben, muss sie wahr sein. Wer an ihr zweifelt, dem entgeht einer dieser besonderen Orte, wo besondere Menschen leben.“ Und so geht es weiter. Das ist der Klang der Erzählung, leicht und intensiv zugleich, beständig und doch nicht langweilig. Ich lese zwanzig Minuten und will mehr, die Atmosphäre ist genau richtig für ein stürmisches Novemberwochenende, für ein sich Hinausträumen in die Wildnis. Hin zu diesen alten Männern, die so menschlich erzählen …

 

Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, eine Graphic Novel von Peter Eickmeyer

Zuletzt ist mir Remarque in der Schule untergekommen und ich habe nicht unbedingt die besten Erinnerungen daran. Das gleiche Gefühl wie ich damals hatte, schwappt schon mit den ersten Worten herüber. Aber es ist ja [Speed Dating] und das Buch hat seine 20-Minuten-Chance verdient. Und das ist gut so. Denn neben den vielen düsteren Momenten gibt es Facetten der Menschlichkeit, leise warme Töne. Es ist und bleibt ein Buch über Krieg im 20. Jahrhundert.
„Wir wurden hart, mißtrauisch, mitleidlos, rachsüchtig, roh, und das war gut: denn diese Eigenschaften fehlten uns gerade.“ (ohne Seitenangabe)
Aber selbst wenn man sonst nicht an dieses Thema herankommt, könnte ich mir vorstellen, dass es in dieser Graphic-Novel-Version gerade für Jugendliche eine Alternative ist, sich dem Buch zu nähern.

Klappentext (Quelle: Splitter Verlag)

Mit dem Antikriegsroman »Im Westen nichts Neues« erlangte Erich Maria Remarque 1928 weltweite Aufmerksamkeit. Das Buch wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt und von Millionen gelesen. Zudem hat es mittlerweile seinen festen Platz im Schulkanon. Der in Osnabrück geborene Autor verarbeitete in seinem Roman die Erlebnisse seiner Generation im 1. Weltkrieg und verdeutlichte durch seine realistisch-subjektivistische Schilderungen die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.

Das Buch ist ein zutiefst berührender Appell an die Menschlichkeit, gegen das Vergessen und gegen den Krieg. Der Roman, der mit dem Heldenpathos brach, wurde 1933 von den Nazis verbrannt. Für den Meller Künstler Peter Eickmeyer war es, wie er selbst schreibt, eine »Herzensangelegenheit«, Remarques Werk mit den Mitteln der Graphic Novel umzusetzen.

Die NDR Kulturredaktionen haben „Im Westen nichts Neues“ als Buch des Monats Juni 2014 ausgewählt.

 

Nach diesem Buch versuche ich noch ein Drittes, die oben genannte Graphic Novel von Plessix, doch Remarque hat seinen Spuren hinterlassen und eine fluffige Geschichte passt danach gar nicht. Es wäre nicht fair, jetzt über sie zu urteilen, was ich unweigerlich tue, also werde ich sie mir an einem anderen Tag noch einmal vornehmen.

 

Kennst Du eines der beiden Bücher und welches der Beiden würdest Du zuerst lesen?

 

Du kannst auch gerne beim [Speed Dating] mitmachen. Hier steht, wie es geht. Und vergiss nicht, mir Deinen Link dazulassen, ich schaue gerne bei Dir vorbei.

 

[Speed Dating #6] mit Kai Meyer, einer epischen Suche und Jerusalem

Kai Meyer: dieser Name kommt mir ständig unter und ich habe permanent das Gefühl, ich müsste mal etwas von ihm lesen. Ein paar Mal hatte ich auch schon Bücher von ihm in der Hand, bin aber nie weiter gekommen. Speed Dating in der Bibliothek: Das wird mich heute endgültig mit Kai Meyer zusammenbringen. Der Einstieg soll erst mal ganz sanft sein, deshalb suche ich mit Graphic Novels heraus. Es werden „Drache und Diamant (Band 5)“ und „Lanze & Licht (Band 4)“.

Sind das zwei Reihen, gehören die zusammen, wie gehören die zusammen? Am Anfang ist die Verwirrung groß und auch im Nachgang dauert es eine Weile, bis ich es kapiert habe. Für jemanden, der das nicht kennt und einfach so reinliest, ist es nicht eindeutig.

Für Dich, falls Du die Reihe lesen willst, das ist die Reihenfolge der Bände:

Das Wolkenvolk – Seide und Schwert, Erstes Buch: Wisperwind

Das Wolkenvolk – Seide und Schwert, Zweites Buch: Mondkind

Das Wolkenvolk – Lanze und Licht, Drittes Buch: Drachenfriedhof

Das Wolkenvolk – Lanze und Licht, Viertes Buch: Himmelsberge

Das Wolkenvolk – Drache und Diamant, Fünftes Buch: Lavaglut

Das Wolkenvolk – Drache und Diamant, Sechstes Buch: Pangu

Und die gibt es alle im Splitter Verlag (http://www.splitter-verlag.eu).

Die Welt ist insgesamt komplex, beim Lesen also unbedingt mit dem ersten Teil anfangen, dann wird es vielleicht etwas. Mit uns ist es nichts geworden, weder die Gestaltung noch die Texte können mich überzeugen. Es ist doch schon eher heftige Fantasy, also nicht ein paar allgemein magische Figuren, die in vertrauten Welten auftauchen. Sondern das ist eine ganz eigene Welt mit dafür geschaffenen Wesen. Für mich für diesen Tag zu viel und nicht greifbar.

Als ich die Bücher zurück bringe, stoße ich auf die Graphic Novel „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ und Kai Meyer ist leider vergessen. In die Geschichte finde ich sehr schnell rein, schneller als bei anderen Graphic Novels. Manchmal kommt das Buch etwas oberlehrerhaft daher, der Tonfall nervt, auch wenn dadurch das Verstehen erleichtert wird. Immerhin geht es um ein schwieriges Thema, um die geteilte Stadt Jerusalem und wie das alltäglich Leben dort abläuft.

Nach zehn Minuten lege ich das Buch mit dem Gefühl zur Seite, dass ich mir mehr Zeit nehmen muss und mehr Aufmerksamkeit brauche, um tiefer einzusteigen. Auf jeden Fall habe ich zu diesem Zeitpunkt schon heftig Sehnsucht danach, mal wieder in einer Stadt zu sein, in der der Muezzin ruft.

Die nächste Geschichte ist „Die epische Suche nach Wahrheit“. Klingt vom Titel her toll, mich lockt das Deckblatt, aber sorry, danach nur gähn. Sehr schwer, klobige Sprache, zu intellektuell für diesen Tag. Letztlich lese ich in den „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ weiter, doch noch einige Seiten, habe dann aber genug und nehme nichts mit nach Hause.

Diese Bücher habe ich gedatet:

  1. Das Wolkenvolk, Drache und Diamant, Fünftes Buch: Lavaglut // Kai Meyer, Yann Krehl & Ralf Schlüter // Splitter Verlag // ISBN 978-3-86869-070-5
  2. Das Wolkenvolk, Lanze und Licht Viertes Buch: Himmelsberge // Kai Meyer, Yann Krehl & Ralf Schlüter // Splitter Verlag // ISBN 978-3-86869-068-2
  3. Aufzeichnungen aus Jerusalem // Guy Delisle & Lucie Firoud // Reprodukt Verlag // ISBN 978-3-943143-04-1
  4. Logicomix: [eine epische Suche nach Wahrheit] // Apostolos Doxiadis & Alecos Papadatos // Atrium Verlag // ISBN 978-3-85535-069-8

 

Bist Du ein Kai Meyer Fan und welches ist Dein Lieblingsbuch?

 

Hast Du Lust beim Speed Dating mitzumachen? Hier steht, wie es geht. Und vergiss nicht, mir Deinen Link dazulassen, ich schaue gerne bei Dir vorbei.

 

[Rezension] Graphic Novel „Verdammnis“ von Stieg Larsson

Verdammnis von Stieg Larsson habe ich mehrfach gelesen und gesehen. Trotzdem ist die Graphic Novel spannend, man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Der Text ist außerordentlich gut, präzise, passend. So passend, dass an einigen Stellen auf Text verzichtet wird. Man gleitet durch die Geschichte, drängt immer weiter vorwärts.

Es ist verständlich, ohne zu langweilen. So steigen wir zu Beispiel mit Lisbeths zusammengefasster Vergangenheit ein. Die Figuren lassen sich mit Leichtigkeit unterscheiden, eine Kunst, die nicht jede Geschichte beherrscht. Gerade an so schwierigen Punkten wie einer Redaktionssitzung oder bei Ermittlungen wird das klar, hier tauchte eine Vielzahl von Charakteren auf.

Kurz gesagt: eine bekannte Geschichte, neu aufbereitet, die attraktiv und spannend bleibt. Dazu ist das Buch unschlagbar schön: Da sind die liebevollen Zeichnungen von Lisbeth und dann die Druckveredelung in der Innenklappe, damit kriegt man mich definitiv, wenn die Veredlung gut gemacht ist.

 

Klappentext

Der Journalist Dag Svensson recherchiert über Mädchenhandel und bietet das Material dem Magazin „Millennium“ an. Wenig später findet Mikael Blomkvist Dag ermordet auf. Die Polizei verdächtigt Lisbeth Salander, da deren Fingerabdrücke auf der Tatwaffe sind. Blomkvist setzt alles daran, Lisbeth, von deren Unschuld er überzeugt ist, vor der Polizei zu finden.

 

Fakten

Autor: Denise Mina

Zeichner: Antonio Fuso // Andrea Mutti //Leonardo Manco

Stieg Larsson Millenium – Verdammnis, Teil 1

Vertigo, Panini Comics

ISBN 978-3-86201-956-4

[Speed Dating #5] Thor, Percy Jackson & Tempelritter

Drei Bücher will ich mir diesmal anschauen: Thor, Percy Jackson und „Der Schatz der Tempelritter“.

Percy Jackson ist die bekannte Geschichte, sauber verarbeitet und nett umgesetzt. Wer die Geschichte schon kennt, langweilt sich vielleicht etwas, denn hier gibt es nicht wirklich etwas Neues zu entdecken. Also ist es eher ein Buch für Einsteiger in die Geschichte oder eingeschworene Fans.

Bei Thor sind die Bilder ganz gut, aber der Text sticht richtig heraus. Er ist besonders gut. Die Dramaturgie ist einfach nachvollziehbar. Sauberes Panini-Produkt. So richtig Happy macht mich, dass sie Thor & Co nicht einfach nur Götter nennen, sondern auch Asen, den eigentlichen Begriff. Da scheint sich jemand auszukennen. Sehr schön.

Auf „Der Schatz der Tempelritter“ bin ich am meisten gespannt. Schließlich ist er vom Autoren von „Prince of Persia“, eine absolute Hach-Geschichte. Das Buch hat dann tatsächlich eine hollywoodreife Dramaturgie, coole Kampfszenen und gute Plotpoints. Aber irgendwie ist es trotzdem etwas langweilig. Die Charaktere sind nicht wirklich zur Identifikation gemacht und packen nicht.

Am Ende bleibt noch Zeit übrig, also lese ich Thor aus. Habe dann aber genug und deshalb wird mich keines der Bücher ins Wochenende begleiten.

 

Die 3 genannten Bücher:

  1. Percy Jackson, Diebe im Olymp: der Comic // Rick Riordan, Robert Venditti & Attila Futaki // Carlsen Comics // ISBN 978-3-551-77561-0
  2. Thor // J. Michael Straczynski & Oliver Coipel // Panini (Marvel) // ISBN 978-3-86607-883-3
  3. Der Schatz der Tempelritter // Jordan Mechner & LeUyen Pham // Carlsen Comics // 978-3-551-71700-9

 

Hast Du Lust mitzumachen? So geht es:

Ran an den SuB, ab in den Buchladen oder in die Bibliothek, schnapp Dir spontan ein bis drei Bücher und gib jedem Buch 20 Minuten Deiner Zeit. Schau Dir kurz den Klappentext und Goodies wie Karten oder Skizzen an und dann ran ans Lesen. Beschreib Deine ersten Eindrücke, wie sich das Buch anfühlt, riecht …

Wenn Du darüber gebloggt hast (gerne auch mit dem Headerbild oben), hinterlasse hier zwischen Freitag und Sonntag einfach Deinen Link, ich schaue gerne bei Dir vorbei. Oder Du postest mir Dein Buch oder Deine Bücher einfach als Kommentar. Ich bin gespannt!

Und weil die Aktion erst ein paar Wochen läuft, freue ich mich sehr über Gedanken und Anregungen zum Buch Speed Dating …

 

[Rezension] Neil Gaiman ‚Death‘

Es gibt Dinge von Gaiman, die ich mag und andere, die mir gar nicht liegen. Death sagt mir nichts, ich gehe völlig unvoreingenommen heran. Und lese nicht den Klappentext, was die ganze Sache etwas verfremdet, weil mir eine wichtige Information verloren geht.

 

Erster Eindruck

Zuerst blättere ich ein wenig durch die Seiten, komme dann zur Einleitung, die mich sofort in ihren Bann zieht. Es ist ein schön geschriebener Text über Begegnungen mit Neil (mehr will ich nicht verraten). Darin sind starke sprachliche Bilder, die mich gefangen nehmen. So sehr, dass ich danach nicht in die eigentliche Geschichte hinein finde. Die wirkt jetzt nur wie eine schräge Mischung aus Bildern & Zeichnungen, Kunst. Irgendwie passen für mich die Einleitung und das Buch nicht zusammen, deswegen werde ich dem Buch eine zweite Chance geben müssen, wenn ich die Einleitung vergessen habe. Ich nehme also das Buch aus der Bibliothek mit und lasse es erst einmal eine Weile liegen.

Gelesen

Etwas lose aneinandergereihte Gedanken über Tod, das wäre wohl eine Beschreibung für Neil Gaimans „Death“. Es ist eine Graphic Novel, bei der ich mich beim Lesen die ganze Zeit frage, was es soll und doch weiterlese, in der Hoffnung es zu verstehen. Und dann am Ende des Buches ist da so etwas wie ein Gefühl für den Sinn der Episoden, die erzählt wurden. Und vor allem das Gefühl, dass es Kunst ist. Das hatte sich ja schon in der Einleitung angedeutet, die mich so tief in ihre Bilderwelt gezogen hat, dass ich erst mal nicht mehr in den eigentlichen Text gefunden habe. Aber es war sehr gut eine Weile zu warten, bis ich mich an die Geschichte gemacht habe – übrigens ohne zu wissen, dass es mehrere Geschichten sind – die Soloabenteuer der einer Nebenfigur des Sandmanns. Manchmal macht es doch Sinn, vorher den Klappentext zu lesen.

 

„Erstens mal bin ich nicht verliebt.

Ehrlich gesagt finde ich Liebe total schwachsinnig. Ich glaube nicht, dass irgendwer jemand anders liebt. Ich denke, Menschen sind höchstens geil. Geil und ängstlich. Wenn sie also jemand finden, der sie geil macht, und sie zu viel Angst haben vor der Welt draußen, dann bleiben sie zusammen und nennen es Liebe.

Zweitens. Ich hasse niemanden.

Ich meine, ich kenne einen Haufen Arschlöcher. Aber mehr sind sie auch nicht. Einfach Arschlöcher.“*

Sexton Furnival (16)

 

Es fängt mit einem Abschiedsbrief eines Sechzehnjährigen an, der auf einer Müllkippe herumklettert und von einem Kühlschrank begraben wird. Death holt ihn darunter hervor und die beiden ziehen los, eine Tour durch New York, bei der sie in einem Lagerhaus gefangen genommen werden und einer zweihundertfünfzigjährigen Pennerin ihr Herz wiederfinden sollen. Klingt ziemlich verrückt, aber ist ganz witzig, weil der Einstieg gut ist.

 

Der Tod antwortet auf die Frage, warum es Schmerzen gibt:“Ich denke, zum Teil geht es um Kontraste, um Licht und Schatten. Wenn man nie schlechte Phasen hat, wie will man die guten erkennen?

Und zum Teil ist es einfach so: Wenn man ein Mensch sein will, sind ein paar Dinge eben inbegriffen. Augen, ein Herz, Tage, Leben. Es sind Momente, die das deutlich machen. Man erkennt sie nicht, wenn man sie durchlebt …

Aber sie verleihen dem ganzen Rest Bedeutung.“*

 

Trotzdem gibt es manchmal in den Episoden Sprünge, denen man nicht ganz folgen kann (die auch nicht mit dem Sammelbandcharakter erklärbar sind) und es ist auch nicht die übliche Erzählstruktur, die dafür sorgt, dass du tief in die Geschichte hineinsinkst, mitfieberst und unbedingt bis zum Ende gehen willst. Es ist spannend, was sich da Künstler (Gaiman und die verschiedenen Illustratoren, die einzelne Abschnitte umgesetzt haben) für Gedanken um Tod machen. Und es ist auch spannend, wenn man kein Fan der wohl berühmtesten Gaiman-Serie, kein Fan des Sandmanns ist und ihn nur am Rande kennt.

Passt irgendwie zum Oktober, zum Herbst und dieser etwas düsteren Stimmung, die gerade durch die Luft wabert. Das ist aber, solltest Du kein Gothic oder Emo sein, kein Buch für einen Sommer. Und die Gedanken darin sind auch nicht wirklich neu. Wenn man Gaiman und den Sandmann verehrt, könnte ich mir vorstellen, dass man ehrfürchtig diesem Buch gegenüber steht und es eine großartige Sammlung ist. Aber ich bin leider kein Fan, auch wenn ich Gaiman mag und seine Leistung großartig finde, und gebe deshalb bei Goodreads 3 von 5 Sternen.

Im Nachgang ist mir dann übrigens Amanda Palmer (die, die die Einleitung geschrieben hat) öfter über den Weg gelaufen. Eine spannende Künstlerin.

 

Klappentext

Death wandelt auf Erden nicht, um ihren Job zu machen, sondern um zu sehen, wie das Leben als Sterbliche so ist. Dabei freundet sie sich mit einem Teenager an und hilft einer 250 Jahre alten Frau, ihr Herz zu finden.

Plus: Die Geschichte einer erfolgreichen Sängerin, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um zu merken, dass die Liebe ihres Lebens in Deaths Reich gelockt wird.

Mit 3 Death-Kurzgeschichten als Bonus!

 

Fakten

Neil Gaiman: Death, Illustriert von Chris Bachalo, Mark Buckingham, Dave McKean, Einleitung von Amanda Palmer. Vertigo

ISBN 978-3-866 07-931-3

www.paninicomics.de

Vertigo

 

*Die Zitate sind ohne Seitenzahlen, da es in dem Buch keine Seitennummern gibt.

[Speed Dating #3] Aus 3 mach 5: Piraten!

Wie konnte ich nur erwarten, dass es in geordneten Bahnen verlaufen würde!!! Schließlich geht es um Piraten, da ist doch immer alles anders. Aber ganz von vorne: Nach dem letzten Speed Dating gehe ich ohne Plan und Erwartung in die Bibliothek. Heißt: Es ist Stöbern dran.

Es dauert nicht lange und mir fällt ein Buch in die Hand, von dem ich nicht mehr lassen kann und zu dem ich nur sagen möchte: Großartig. Das Cover hat mich sofort und als ich anfange zu lesen, ist es um mich geschehen. Wilde Fechtszenen an tropischen Stränden, traumhafte Kulissen, klare und merkbare Charaktere und eine Dramaturgie, die dich mitnimmt.

Zum Glück gehört die Graphic Novel zu einer Serie, ich muss mir gleich alle Bände der Reihe raussuchen und schrote sie weg – ohne Zeitlimit, ohne Alles. Aus dem Speed Dating mit drei Büchern wird ein ausgedehntes Date mit fünf Büchern. Die Geschichten sind einfach zu gut. Leider fehlt zwischendurch ein Teil. Trotzdem kann man nach einer Weile der Erzählung wieder folgen und ist hin und weg von: Barracuda.

Übrigens sind die Geschichten wesentlich weniger düster als die Cover vermuten lassen, bleiben aber eindeutig Graphic Novels für Erwachsene. Für Kinder oder Jugendliche sind die Geschichten nichts. Und

die Reihe erinnert von der Ästhetik an die TV-Serie „Black Sails“ – Zufall? Wisst Ihr da was?

Klappentext Band 01 (der momentan leider nicht verfügbar ist)

Irgendwann im 17. Jahrhundert: An Bord der Barracuda wetzen die Männer um Captain Blackdog ihre Messer! Eine spanische Galeone wird geentert! Gefangene sollen keine gemacht werden – bis auf die Frauen, die sich auf dem Sklavenmarkt gut verkaufen lassen! Und es winkt noch fettere Beute, nämlich eine Schatzkarte, die zum größten Diamanten der Welt führen soll. Dass dieser Tod und Verzweiflung in seinem Kielwasser mit sich bringen soll, schreckt die Piraten keineswegs … Der perfekte Strich von Comic-Neuling Jérémy gibt der Geschichte des „alten Szenaristen-Hasen“ Jean Dufaux einen Realismus, der die Gischt im Gesicht spüren lässt. Piraten-Herz, was willst du Meer?!

Weitere Infos gibt es bei Ehapa/Egmont.

 

Mach mit!

Ran an den SuB, ab in den Buchladen oder in die Bibliothek, schnapp Dir spontan ein bis drei Bücher und gib jedem Buch 20 Minuten Deiner Zeit. Schau Dir kurz den Klappentext und Goodies wie Karten oder Skizzen an und dann ran ans Lesen. Beschreib uns Deine ersten Eindrücke, wie sich das Buch anfühlt, riecht …

Wenn Du darüber gebloggt hast, hinterlasse hier zwischen Freitag und Sonntag einfach Deinen Link, ich schaue gerne bei Dir vorbei. Oder Du postest mir Dein Buch oder Deine Bücher einfach unten als Kommentar. Ich bin gespannt!

Und weil die Aktion noch recht neu ist, freue ich mich besonders über Deine Gedanken und Anregungen zum Buch Speed Dating …

[‚Waiting On‘ Wednesday] Chuck Palahniuk „Fight Club 2“ – Tyler Durden ist zurück

Splitter schreibt: Im Milleniumsjahr 2000 entwickelte sich „Fight Club“ zu einem waschechten Massenphänomen. Die Verfilmung des gleichnamigen Debütromans von Chuck Palahniuk (der ebenfalls das Drehbuch schrieb) wurde ein Blockbuster, Regisseur David Fincher zählt seither zu den wichtigsten Filmemachern Hollywoods und Autor Chuck Palahniuk mauserte sich zum enfant terrible der amerikanischen Literaturszene und besetzt regelmäßig die Bestsellerlisten. Den Rest besorgte Brad Pitts ikonische Darstellung des Tyler Durden, in dem sich nihilistischer Kulturpessimismus und anarchistischer Befreiungskampf wider die Diktatur des verlogenen Mittelstandsgehorsams schauderhaft vereinten. „Fight Club“ war ätzende Kapitalismuskritik im Gewand des Starkinos, der Kult hält bis heute an.

Was mag 15 Jahre später aus Tyler Durden geworden sein, dessen düsteren Zukunftsprognosen von der Gegenwart so verheerend unterboten wurden? Die Frage ließ dem bekennenden Comicfan Palahniuk keine Ruhe, und so schuf er zusammen mit dem kanadischen Starzeichner und Eisner-Award-Gewinner Cameron Stewart (Superman Adventures, B.P.R.D., Batman) exklusiv diese Graphic Novel, um Tyler Durden, nach Literatur und Film, im Comic eine weitere Bühne zu geben. Tyler Durden ist zurück – zweifellos eine der faszinierendsten Fortsetzungen der zeitgenössischen amerikanischen Popkulturgeschichte!

 

Fakten

Fight Club 2 Bd. 1 (von 2)

Autor: Chuck Palahniuk

Zeichner: Cameron Stewart

Hardcover, 120 Seiten

ISBN 978-3-95839-171-0

erscheint am: 01. Dezember 2015

im Splitter Verlag

 

Warum ich drauf warte?

Okay, wer hier und auch Twitter so ein bisschen mitliest weiß, dass ich ohnehin Splitter sehr mag. Die Story Fight Club kommt dann noch obendrauf. So schräg der Film war, ich mochte ihn sehr und den Story twist am Ende finde ich erzählerisch so dermaßen großartig, dass ich noch heute erfürchtig davor auf die Knie sinken könnte. Feinstes Handwerk!

Eine Fortsetzung der Geschichte hätte ich nie erwartet, einfach weil am Ende alles erzählt war. Nur logisch, dass eine Figur wie Tyler Durden sich nicht einfach auf die Couch setzen und dort bis ans Ende seiner Tage bleiben wird. Deswegen ist es jetzt auch so spannend, wie es weitergeht.

HER DAMIT! (Bitte :)) )

 

Geht es Euch auch so mit dem Buch und hat einer von Euch das erste Buch gelesen, ist es empfehlenswert?

 

‘Waiting On’ Wednesday

// is a weekly event, hosted by Breaking the Spine, that spotlights upcoming releases that we’re eagerly anticipating.

// ist eine wöchentliche Aktion von Breaking the Spine. Es geht um Bücher, die noch nicht erschienen sind und auf deren Veröffentlichung wir hinfiebern.

[Speed Dating #1] mit 7 Büchern: Ein Versuch

Ein Nachmittag und Speed Dating mit Büchern in der Bibliothek: Nach Nickolas Butler und Marina Keegan, die mich in diesem Jahr echt schon heftig gerockt haben, ist es schwer, ein neues Buch zu finden. Die Bibo soll helfen: Inspirieren. Also zuerst ab zur Bestseller-Ecke mit Neuerscheinungen, die am Bibliotheksmaßstab gemessen sehr beliebt sind. Dort suche ich „Das Juwel“ raus und greife mir noch bei den Erwachsenen-Graphic-Novels Kafka und Markus Heitz.
Rahmen gesetzt: Maximal eine halbe Stunde hat das Buch Zeit, um mich von sich zu überzeugen. Wenn es zwischen uns läuft, gibt es ein zweites Date, vielleicht sogar ein Drittes.

1. Date: Das Juwel

 Awy Ewing „Das Juwel – Die Gabe“, 16,99 €, www.fischerverlage.de

Aufgefallen ist es mir, weil es so schön bunt zwischen den anderen Büchern geleuchtet hat. Es erinnert an Selection (das ich gerne gelesen habe) und auch der Klappentext erinnert an Selection. Der Innenumschlag ist schön, gibt einen Überblick über die Welt, in der sich das Buch bewegt, unfreiwillig aber auch schon darüber, was den Leser erwarten wird. Es werden die Hauptfiguren vorgestellt, der Aufbau der Gesellschaft ist illustriert, die Historie der Welt ist abgerissen und es gibt einen Städteplan, eine Landkarte quasi. Man sieht, da ist eine Mauer, jede Menge Grenzen. Und durch ähnliche Bücher, die man schon kennt, ahnt man viel von dem, was kommen wird.

Um 15.25 Uhr fange ich an zu lesen. 1. Satz: „Heute ist mein letzter Tag als Violet Lasting.“ Die Hauptfigur (oh welch Überraschung, sie ist rebellisch und ANDERS) steht aus dem Bett auf und erinnert an den Anfang von „Die Tribute von Panem“. Es gibt jede Menge Stereotype und ebensolche Sätze „‘Ich dachte, wir wären dir egal.‘ Ihre Stimme klingt erstickt. ‚Ich dachte, du hättest mich für immer verlassen.‘“ 15.33 Uhr schaue ich das erste Mal auf die Uhr, weil die Figuren nerven und ich permanent das Gefühl habe, zwischen in Selection und Panem zu sein, 15.44 Uhr schaue ich wieder auf die Uhr und finde die beklemmende Atmosphäre des Buches passt irgendwie nicht zu dem ganzen Zucker, der zwischen den Zeilen klebt. Dann will ich doch weiterlesen, breche zeitbedingt auf Seite 80 ab und gebe dem Buch die Chance zu einem späteren zweiten Date (bei dem ich dann übrigens bis Seite 111 lese, dann weiß ich, was ich wissen wollte: Wie die Autorin sich eine moderne Sklavenauktion vorstellt). Nette Unterhaltung in einem historisch/archaisch angehauchten leichten SF-Ambiente.

 

2. Kafka „Das Schloss“ als Graphic Novel

  Jaromír 99, David Zane Mairowitz „Franz Kafka – Das Schloss“ 22,00 €, www.knesebeck-verlag.de
Vorab: Zu Kafka habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis. Es gibt Geschichten von ihm, die ich sehr mag. Eine Inszenierung von „Bericht an eine Akademie“ hat mich mal schwer beeindruckt, aber ein großer Fan bin ich nicht.

Mich hat der Einband neugierig gemacht. Kafka als Graphic Novel, da will ich reinschauen. Der 1. Satz hat irgendetwas mit „unvollendetes Werk“ zu tun, ich überfliege die Einleitung noch etwas weiter. Aber eine unvollendete Geschichte will ich eigentlich nicht lesen und auch die Bilder auf den nächsten Seiten, die ich anteste, überzeugen nicht. Interessant gemacht: Holzschnittartig. Insgesamt zu düster. Der Zeichenstil wirkt auf mich auf Dauer erdrückend, zu viel.
Ich schau nicht mal auf die Uhr und lege das Buch weg.

 

3. Markus Heitz „Justifiers: Collector, Die Obhut“

 Markus Heitz „Justifiers: Collector, Die Obhut“, 12,99 €, www.droemer-knaur.de

Mit Markus Heitz wird es nicht viel besser. Der Autor steht schon länger auf meiner Wunschliste. Die Bilder sind auf den ersten Blick ganz lustig. Eine Mischung aus abstrakt und bunt. Auf Seite fünf dann aber ist irgendwas mit Sex. Es wird „gebumst“, wer sagt denn bitte heute noch so dazu??? Und dann werden die Figuren immer hässlicher. Nicht meins.

 

4. Tess Gerritsen „Der Schneeleopard“

  Tess Gerritsen „Der Schneeleopard – Ein Rizzoli- & Isles-Thriller“, 19,99 €, www.randomhouse.de

Ja, ich bin ein Genrespringer und ab und an lese ich sehr gerne Thriller. Tess Gerritsen war bisher noch nicht darunter. Aber Klappentext und Innenumschlag klingen gut. Könnte was werden mit uns. „In der Wildnis lauert das Böse.“ Der erste Satz: „ Im schrägen Licht des Tagesanbruchs entdecke ich ihn, die Konturen fein wie ein Wasserzeichen, eingeprägt in die nackte Erde.“ Mag ich. (Ich hoffe, ich hab es richtig abgeschrieben, meine Schrift war irgendwie nicht die Beste.)
Der Schreibstil bleibt gut, auch wenn er nicht ganz einfach ist und Schnelllesetechniken hier nicht so gut funktionieren. Das stört nicht. Ich lese mich fest. Das erste Kapitel endet mit einem Schrei und ich will unbedingt wissen, was ist da los. Leider gibt es einen Sprung, waren wir gerade noch in der Wildnis von Botswana, sind wir plötzlich in Boston. Zum Glück will ich unbedingt wissen, wie es in Botswana weiter ging, überspringe die nächsten Kapitel, bis es wieder in Botswana weiter geht. Sehr spannend, am Ende von Kapitel 5 möchte ich eigentlich doch unbedingt weiterlesen, sehe aber ein, dass sich die Autorin wahrscheinlich was dabei gedacht hat, den Plot mit Boston zu verknüpfen und gehe zurück zu Kapitel 2 – dahin wo man eigentlich weitergelesen hätte. Es ist ein Mord passiert. Total eklig. Will nicht mehr.

 

5. Isabel Allende „Der japanische Liebhaber“

 Isabel Allende „Der japanische Liebhaber“, 21,95 €, www.suhrkamp.de

„Der japanische Liebhaber“ wird leider auch nur eine Einminuten-Begegnung. Allende gehört zu meinen Jugendlieben. In den 1990ern hatte ich eine lange und starke Vorliebe für lateinamerikanische Literatur. Für Mario Vargas Llosa, Gabriel Garcia Marquez, Jorge Amado und eben, damit hatte alles angefangen: Isabel Allende. Und nachdem Tess und ich nicht warmgeworden sind, gebe ich Isabell die Chance. Den Klappentext hatte ich gar nicht angeschaut, sie hatte einen Vertrauensvorschuss. Jetzt lese ich ihn: 1. Schmerz, 2. Liebesbriefe, 3. „Es liegt an uns, ob die Liebe ewig währt.“ Ähm. Nö.

Zur letzten Dating-Runde kommen zwei Bücher mit in die Leseecke: PIL und Elfen. PIL steht schon lange auf meiner Wunschliste. Die Mischung aus Postpunk-Feeling und Erinnerungen an die Band PIL zusammen mit Manga-Style und einem Großvater reizt mich. „Elfen“ ist eine Spontanentscheidung wegen Cover und Verlag.

 

6. Mari Yamazaki „PIL“

 Mari Yamazaki „PIL“, 16,90 €, www.carlsen.de

Auf PIL habe ich mehr Lust, lese es an und will es fast spontan mit nach Hause nehmen. Doch die Papierqualität und die Buchaufmachung sind ganz anders, als ich es erwartet habe. Die Geschichte selber kriegt mich nicht und dann mache ich einen „Fehler“, die Elfen liegen da so einladend neben mir, ich will nur einen kurzen Blick darauf werfen und PIL einfach zu Hause zu Ende lesen. So weit wird es nicht mehr kommen.

 

7. And the Winner is: Jean-Luc Istin „Elfen Band 1: Der Kristall der Blauelfen“

An den Elfen lese ich mich so richtig fest. Nach ein paar Seiten nehme ich zwar noch mal PIL in die Hand, erkenne aber, dass PIL und ich so gar nicht zusammenpassen und widme mich voll und ganz dem Splitterprodukt.

Erster Satz: „Unsterblich bedeutet nicht unverwundbar.“
Es ist Liebe auf den ersten Blick. Die Uhr ist vergessen. Das Buch ist rundherum einfach toll. Es ist spät geworden, ich gehe glücklich alleine nach Hause und freue mich schon auf das nächste Mal mit den Elfen. Ihr solltet sie unbedingt kennenlernen!

Splitter zum Buch:

Die Blauelfen von Ennlya, einer kleinen Hafenstad in Nodrënn, wurden alle massakriert! Der Blauelf Lanawyn und Turin, ein ruhmreicher Mensch, stoßen auf Spuren, die zu einem Stamm von Yrlanern führen – zu den Nordmenschen, die die Elfen hassen. In der Inselstadt Elsemur hat die junge Blauelfin Vaalann den Test der Wassersinne bestanden. Die Mutter Prophetin sieht in ihrer nahen Zukunft ein Geschehnis um den heiligen Kristall. »Wer den Kristall kontrolliert, kontrolliert den Ozean.« Die Aussage erregt großes Aufsehen und man munkelt, Vaalann könnte die Erwählte sein, auf die die Blauelfen seit Generationen warten… Eine Geschichte zwischen Spannung und Spiritualität in einer Welt der Träume, der Spiegelungen und Täuschungen!

Das Serien-Konzept

Die fünf Abenteuer spielen in einer fest umrissenen Welt und stellen bestimmte Aspekte dieses Universums dar. Jedes Album ist in sich abgeschlossen, aber gemeinsam bilden sie ein Ganzes. Elfen ist die erste Konzept-Serie im Verlag Soleil, entwickelt von Jean-Luc Istin und Nicolas Jarry. Die Autoren haben sich für jedes Album ein anderes Volk ausgedacht, das zwar einen eigenen Ort auf der Landkarte hat, aber sich mit den anderen Völkern die Welt teilt.

Die Szenaristen sind Fantasy-Experten

Die Zeichner gehören alle der semi-realistischen Schule an. Die Entscheidung, mit mehreren Szenaristen zu arbeiten, lag für den Schöpfer des Projekts, Jean-Luc Istin, nahe. Alle bewegen sich in demselben Universum, doch jeder ist in seinem Bereich frei, und wer Lust hat, kann Brücken zu den anderen Reichen schlagen. Doch eins haben alle gemeinsam: sie sind Fantasy-Autoren. Sie kennen sich aus in diesen Welten, ihre vielfältigen Erfahrungen mit dem Genre machen die Serie besonders interessant.

Pressestimmen:

„Die Welt wird zwar selten mit Worten beschrieben, doch ist das mit Duartes beeindruckendem Zeichenstil auch gar nicht nötig. Mit klaren Linien erweckt er Eisformationen, schwimmende Städte und riesige Hallen zum Leben. (…) “Der Kristall der Blauelfen” ein toller erster Band, der die Welt gut in Szene setzt.“
– Florian Born, PHANWELTEN

[Abgebrochen] Die 5 konnten nicht überzeugen

Hier stapeln sich gerade ein paar Bücher, die ich immer wieder in die Hand genommen habe und wirklich zu Ende lesen wollte, aber die mich einfach nicht von sich überzeugen konnten. Und nachdem in letzter Zeit öfter mal die Diskussion aufkam, ob man etwas unbedingt zu Ende lesen MUSS (wie z. B. hier bei Aleshanee) oder ob man in seinem Blog nur Dinge besprechen sollte, die man empfehlen kann, drehe ich den Spieß heute mal um. Die Links zu den Büchern findet Ihr übrigens mit den Covern verknüpft.

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Alleine wegen der Ästhetik hatte ich einen ausschweifenden Blick auf Assassin’s Creed geworfen. Die Panini-Bücher „Renaissance“ und „Der geheime Kreuzzug“ hatte ich hier. Vor Kurzem habe ich mir dann noch aus der Bibliothek den ersten Band der Graphic Novel von Splitter „Desmond“ geholt. „Renaissance“ versuche ich seit Monaten weiterzulesen, bin bisher aber nur bis Seite 110 gekommen. Mir fehlen einfach Gerüche und Farben. Es ist handwerklich gut erzählt, dramaturgisch sauber aufgebaut. Aber ich kriege einfach kein Gefühl rein. Es ist wie ein zu perfekter Action-Film: Du kannst dich über das eine oder andere freuen, findest nette Stellen, aber insgesamt bleibt es freudlos. So etwas ist einfach nicht mein Ding.

 

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Gleich vorweg: Bei aller Kritik bleibt die Graphic Novel dem treu, was den Splitter Verlag ausmacht: Comics der Extraklasse. Trotzdem packt es mich genau wie bei den Büchern nicht wirklich. Die Bilddramaturgie außen hat mich sofort – die Mystik. Aber die Bilder innen, die Szenen, die gesamte Novel, die zieht mich nicht mit. Schade. Sicher werde ich es noch einmal versuchen, aber das wird noch etwas Zeit brauchen.

 

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Homers Odyssee ist ein Stoff, der mich begeistern kann. Nicht muss, denn ich habe auch schon Varianten gelesen, die mir gar nicht gefallen haben. Aber hier hatte ich große Hoffnung, als ich zum ersten Mal die Reihe gesehen habe: Brockhaus Literaturcomics. Da habe ich mich drauf gefreut und hatte auch Hoffnung, für meinen Sohn etwas zu finden. Wenn man kurz vorher so vom Splitter Verlag mit Farbe und Qualität beeindruckt wurde (siehe Melville & London), dann fällt sofort die Papier- und Bildqualität auf. Das Papier ist okay, bleibt bei einem ähnlichen Verkaufspreis aber deutlich hinter den beiden Graphic Novels vom Splitter Verlag zurück. Die Bildästhetik mit ihren scharf gezeichneten und sehr kontrastreich colorierten Bildern ist nicht so ganz meins. Für mich wirken die Bilder nicht reduziert, gezielt, sondern eher eilig dahingemalt. Das muss nicht so sein, aber so wirkt es auf mich.

Und wenn ich mir einen Literaturcomic vornehme, gehe ich wie angedeutet auch davon aus, dass er für (größere) Kinder geeignet ist. Aber an ein paar Stellen ist es grausam und blutig. Das würde ich meinem Kind nicht in die Hand geben wollen und muss man nicht mal unbedingt Jugendlichen so ‚darreichen‘. Auch dramaturgisch finde die Szenenauswahl nicht immer gelungen und der Text bleibt hinter dem zurück, was in Dialogen möglich ist. Zugutehalten muss man dem Buch den Überblick zu Homers Schaffen und der griechischen Mythologie im Anhang. Doch auch hier ist ganz klar: Es ist nicht für Kinder oder Jugendliche geschrieben, die Sprache und der Satzbau sind zu komplex. Manche würden es auch langweilig nennen.

 

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Die letzte Graphic Novel, die mich gerade gar nicht überzeugen konnte, ist der fünfte Band von „Die Macht der Archonten“. Der Zeichenstil, die Aufmachung und was auf den ersten Blick zu sehen war, war toll. Dabei habe ich mich extra nicht für den ersten Band entschieden, um zu schauen, wie die Geschichte ohne Zusammenhang auf mich wirkt. Aber was soll ich sagen, es hat mir einfach nicht gefallen. Die Zeichnungen sind toll ausgeführt und die Qualität ist bei einem Preis von 14 € super. Dramaturgisch ist es gut, es gibt spannende Charaktere und auch die Dialoge sind gut. Solider Comic: Trotzdem bleibt die große Faszination aus.

 

 

Was haltet Ihr davon, abgebrochene Bücher oder über Bücher, die Ihr nicht empfehlen würdet, zu posten?

Da das hier der erste Versuch eines solchen Artikels ist, würde mich Eure Meinung besonders interessieren.

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Thema von Anders Norén.