Anna Thur

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Schlagwort: Bücher (Seite 1 von 6)

Frei nach Robin Hood – Ina Steg über das Schreiben

Eine Kollegin, deren (Schreib-)Stimme mir mehr und mehr ans Herz wächst und die ich nicht mehr missen möchte, hat ein neues Buch veröffentlicht. Eine schöne Gelegenheit, sie zu Wort kommen zu lassen und etwas mehr über Ihr Buch und das Schreiben zu erfahren und nicht zuletzt, um ihrer Stimme ein wenig zu lauschen …

Dein neues Buch ist da. Herzlichen Glückwunsch. Magst du etwas darüber erzählen, wie es entstanden ist?

Vielen Dank, ja, sehr gerne. In „Eine Diebin zum Verlieben“ habe ich eine Figur in die Gegenwart geholt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Jedes Mal, wenn ich etwas über Robin Hood sah oder las, hallte in mir ein besonderes Gefühl nach. Mich beeindruckte dieser Wille und Mut, sich für die Schwachen einzusetzen. Daran erinnerte ich mich, als ich überlegte, welches Thema mich so faszinieren könnte, um mich viele Monate damit zu beschäftigen. Ich stellte mir die Frage, was passieren würde, wenn ich aus der Legende Robin Hood eine lesbische Frau machen würde.

Dass es Robin Hood gegeben hat, konnte nie bewiesen werden. Es gibt jedoch ein paar reale Räuber, durch die einige Schriftsteller inspiriert wurden, wie zum Beispiel Christian August Vulpius, der die Figur Rinaldo Rinaldini erschuf. Im 18. Jahrhundert lebte in Italien der Räuberhauptmann Angelo Duca, der aufgrund seines Gerechtigkeitssinns für viele zum Helden wurde. Ich machte ihn zu dem Vorbild meiner Robin und ließ so seine Geschichte und die Ergebnisse meiner Recherchen in den Roman mit einfließen.

War das Schreiben diesmal anders, jetzt beim zweiten Buch?

Ja und das hat mich zunächst sehr irritiert. Beim ersten Buch, „Alles nur Kulisse“, hatte ich eine grobe Vorstellung von den beiden Hauptfiguren und beschäftigte mich dann mit Daily Soaps, Sektenstrukturen und der Rolle eines jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft. Umso mehr ich über die Thematiken wusste, umso häufiger bekam ich Ideen für Szenen in denen die Figuren auftauchen sollten und wollten. Ich schrieb nicht chronologisch, sondern fügte die Szenen Stück für Stück zusammen. Das machte die Überarbeitung langwierig, denn obwohl die Geschichte für mich im Kopf komplett war, waren die Übergänge nicht immer flüssig und logisch.

Beim zweiten Buch ließ ich zunächst die Figuren über einen langen Zeitraum entstehen. Ich füllte Charakterbögen und schrieb Vorkommnisse aus ihrer Vergangenheit auf. Es gibt eine Art sich der Figur zu nähern, die ich sehr mag, man lässt sie aus ihrer Perspektive einen Brief, oder auch mehrere, an die Autorin schreiben. Während der Brief entsteht, offenbaren sich viele Charaktereigenschaften der Figuren. Es ging zum Beispiel damit los, dass Robin mich duzte, während Hanna mich siezte. Hanna erzählte direkt von ihrer beruflichen Situation, was mir zeigte, dass sie das sehr beschäftigte. Robin schrieb frei heraus: „Ich soll dir über mich erzählen wer ich bin. Nun, man würde mich wohl als eine Diebin bezeichnen. Ich bin eine Diebin, zweifelsfrei. Ja, natürlich, ich stehle. Aber ich klaue von denjenigen, die anderen Unrechtes getan haben.“ Durch diese Übung bekam ich auch schnell ein Gefühl für die Sprache der beiden. Ich hoffte, dass mir die Ideen für die Szenen anschließend wieder zufliegen würden, doch klare Bilder blieben aus. Stattdessen redeten die beiden weiter. Ich füllte einen Schreibblock sowie etliche Notizzettel mit einzelnen Sätzen, kurzen möglichen Dialogen und Vorgehensweisen von Robin und Hanna. Dabei merkte ich, dass ich erst einen Weg finden musste, diese beiden unterschiedlichen Frauen zueinander zu bringen und verstehen musste, warum sie sich ineinander verliebten. Als das gelöst war, kamen auch die Ideen für Orte und Szenen. Ich entwickelte in einer Woche ein Stufendiagramm mit Kapitelabfolgen, an dem ich mich entlang schrieb und die Szenen ausformulierte. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich nicht ein Grundrezept für die Entwicklung einer Geschichte nehmen kann, nur weil es mal gut funktioniert hat. Jeder Text scheint eine andere Herangehensweise zu benötigen.

Du hast einen Hauptberuf, wie viel Zeit bleibt Dir da für das Schreiben und wie organisierst Du Dich, Dein Schreiben?

Auch das scheint in einem stetigen Wandel zu sein. Das erste Buch habe ich zum Teil vor der Arbeit geschrieben, außerdem hatte ich immer ein Notizbuch dabei und schrieb Szenenfragmente, wenn es die Zeit hergab. Beim zweiten Buch habe ich mir unter der Woche einen Abend freigehalten und schrieb dann ungefähr zwei Stunden am Stück sowie mindestens einen Tag des Wochenendes. Die Kurzgeschichte „12 Tage“ entstand überwiegend handschriftlich auf einem Block, ich schrieb während ich draußen im Park saß, spätabends tippte ich den Text dann ab und überarbeitete ihn direkt.

Unter der Woche bin ich nun meist zu müde, ich versuche mir mindestens einen ganzen Tag des Wochenendes freizuhalten, zudem nehme ich mir einige Urlaubstage im Jahr, um diese durchzuschreiben. Ich denke, man sollte da nicht zu streng mit sich sein und krampfhaft versuchen ein bestimmtes Konstrukt durchzuhalten, nur weil es bei einem abgeschlossenen Projekt funktioniert hat. Der Alltag verändert sich und einem selbst geht es auch nicht immer gleich gut. Ich versuche mittlerweile immer neu zu entscheiden und zu überlegen: wie klappt das Schreiben heute für dich? Welche Form macht dir Spaß? Willst du viele Stunden am Stück schreiben, oder nur eine halbe Stunde auf dem Notizblock? So komme ich gut voran, also, zumindest momentan.

Schreiben ist nicht immer einfach. Warum tust Du Dir das an und was ist Schreiben für Dich?

Das Schreiben gibt mir die Möglichkeit, mich voll und ganz einem Gefühl hinzugeben. Ich kann mich den vielen Facetten einer Figur nähern, wie ich es mich nur bei den wenigsten Menschen trauen würde. Ich nehme mir die Zeit, eine Szene so intensiv zu durchleben, wie es in der Realität nicht möglich wäre. Ich erlaube mir, auf Details zu achten, was im Alltag leider oft untergeht. Das macht das Schreiben für mich zu etwas sehr besonderem. Ich kann zum Beispiel etwas Schönes festhalten und habe die Möglichkeit, es noch besser zu machen. Drei Stunden an einer Kuss-Szene zu schreiben ist nicht nur aufregend, es erlaubt mir auch, diesen Moment anzuhalten und ihn von vielen Seiten zu betrachten. Am Tag nachdem ich geschrieben habe, erlebe ich vieles bewusster. Ich achte auch bei mir vertrauten Menschen auf Gesten und Mimik und entdecke Neues, ich betrachte die Farben um mich herum genauer, bleibe öfter stehen um den vielen Geräuschen zu lauschen. Dieses Abtauchen in eine Phantasiewelt lenkt meinen Blick auf die Schönheit um mich herum.

Was machst Du, wenn Du mit einer Geschichte nicht weiter kommst?

Diese Situation hatte ich erst vor ein paar Wochen, mittlerweile habe ich zum Glück erkannt, was mir hilft, ich brauche dann neuen Input. Ich beschäftige mich mit dem Grundthema der Geschichte, lese Sachbücher oder Artikel, momentan schaue ich viele Dokumentationen. Kritzeln in Form des Mindmappings hilft mir ebenfalls; ich klappe den Notizblock auf, schreibe Worte die mich beschäftigen in die Mitte, und ergänze Assoziationen, auch wenn diese vielleicht nichts mit der Geschichte zu tun haben.

Mittlerweile habe ich auch gelernt den Text zu ignorieren und mich erst wieder dranzusetzen, wenn ich ein gutes Bauchgefühl habe. Noch beim letzten Buch war ich sauer auf mich, wenn es mit dem Schreiben mal nicht klappte. Ich bekam dann schlechte Laune, war unzufrieden und habe auch das ganze Projekt in Frage gestellt. Ich denke mittlerweile, man sollte sich nicht unter Druck setzen und auf sich vertrauen. Wenn es ein Thema gibt, das einem am Herzen liegt und man Figuren entwickelt hat, die man irgendwann mit anderen teilen möchte, dann werden die passenden Worte dazu ihren Weg auf das Papier finden. Selbst wenn einige Wochen verstreichen, oder auch mal ganze Szenen gestrichen werden müssen, ist diese Zeit nicht vergebens, denn jeder Schritt wieder hin zu der Geschichte, lässt sie am Ende zu dem einen besonderen Text werden.

Gibt es schon ein neues Projekt?

Ja, ich arbeite an einem Romanmanuskript. Die Grundthematik habe ich, und die ersten Szenen sind verfasst, doch mir fehlt bisher der Mut darüber zu reden. Ich weiß noch nicht, wie es für die beiden Hauptfiguren ausgehen wird und wie sie an ihre Ziele gelangen. Erst wenn ich das herausgefunden habe, kann ich zum Beispiel auch mit meinem Verlag über die Geschichte reden. Ich weiß, dass ich die Figuren dann gegebenenfalls verteidigen muss, dafür muss ich zu ihnen stehen können und momentan kenne ich sie dafür noch nicht gut genug. Es wird wohl Zeit, ein paar Briefe zu lesen.

Weiterlesen!

Wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist: Hier kommst Du zum Buch und hier erfährst Du mehr über die Autorin. Und natürlich habe ich auch das Buch gelesen und hier dazu ein paar Gedanken festgehalten.

Bevor es für Dich heißt „Viel Spaß beim Weiterlesen!“ – welche Briefe fallen Dir spontan ein, für die es Zeit wäre, sie zu lesen?

„Das Date – Eine Szene“ auf Wattpad

Es gibt eine zweite Geschichte auf Wattpad, über die ich gar nicht so viel verraten will. Ich wünsche Euch einfach viel Spaß beim Lesen und bitte –> hier entlang.

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Der Zahnarzt – auf Wattpad

Schon länger habe ich ein Auge auf Wattpad geworfen und mich in den vergangenen Wochen dort eingelesen. Heute ist es endlich so weit und es gibt von mir meine erste eigene Story auf Wattpad. Passend zur halloweenigen Endoktoberstimmung wird es mit dem Zahnarzt gruselig …

Euch viel Spaß beim Lesen und bitte –> hier entlang.

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[Blogparade] „Worst & ugliest 2015“ von Alex‘ Bücherwahnsinn

Die Alex vom Bücherwahnsinn hat gefragt, welche unsere schlimmsten Bucherfahrungen 2015 waren und das sind meine:

Worst E-Book: Der Sommer der Freiheit

9783426512166Zugegeben: Bücher dieser Art sind nicht unbedingt meine Lieblingsbücher, aber ab und an kann es ganz nett sein, so etwas zu lesen. Doch leider nicht bei diesem Buch, bei dem ich auch nicht bis zum Ende gekommen bin. Für mich ist essenziell an einem historischen Roman, dass er es schafft, das ganz besondere Ambiente einer Epoche so einzufangen, dass er für uns, heute, interessant ist. Das schafft die Autorin leider nicht. Nett formuliert. Denn eigentlich war ich schwer enttäuscht, wie alt sie klingt, so als wäre sie selbst in diesem Jahr geboren und würde aus ihrem Leben berichten. Schade, denn der Plot ist okay.

Klappentext (Quelle: Droemer Knaur)

Selma ist die Tochter einer angesehenen Zeitungsverlegerfamilie und fährt mit ihrer Familie wie jedes Jahr in die Sommerfrische nach Baden-Baden. Man genießt das elegante Ambiente, die Konzerte und Bälle. Selma hat gerade – zum Entsetzen der Mutter! – das Autofahren gelernt und wartet ungeduldig auf die Ankunft ihres Verlobten Gero. Da lernt sie bei einem Ausflug ins nahe gelegene Elsass den französischen Fotografen Robert kennen – und es ist um sie geschehen. Doch wir schreiben das Jahr 1913, und bald wird der Geliebte zu den Feinden zählen …

 

Worst Buch: John Green

Inzwischen habe ich noch ein paar andere Bücher abgebrochen, aber keines war so wie John Green und hier steht warum

Worst Titel: Man müsste mehr ans Meer

Kein sein, dass ich da inzwischen ein Twitter-Trauma habe, aber da geht es ständig um Meer und mehr Meer und so weiter. So viel, dass ich mich inzwischen Frage, ob das twittertypisch ist und einfach nur die Bergfetischisten woanders unterwegs sind oder ob alle Welt immer nur ans Meer will. Und dann bin ich auf diesen Titel „Man müsste mehr ans Meer“ vom (Augenzwinker) Herausgeber Magnus See gestoßen. Sorry, geht nicht.

Das hätte übrigens fast nur der Titel „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“ von Antonia Baum aufgrund der Länge getoppt.

 

Worst Cover: Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

 

Wie Anatolij - webWenn Anatolij Petrowitsch gewusst hätte, welche Schwierigkeiten ihm ein kleiner Urlaub beschert, wäre er wohl einfach in Moskau geblieben. So bringt ihn ein fälschlicherweise als Dienstreise ausgewiesener Auslandsaufenthalt ins Visier der russischen Ermittler. Aber da ist ja auch noch Tatjana, die in Ungnade geratene ukrainische Journalistin, die sein Leben nachhaltig verändert, seine Tochter, die einen Nichtsnutz ehelichen will, und Michail, der auch ganz andere Probleme hat. Ein Schulterklopfen von Präsident Putin hilft da nicht viel. Anatolij Petrowitsch, der am liebsten seine Ruhe hätte, sieht sich plötzlich zwischen den Fronten, wird vom Geheimdienst verfolgt, und ist gezwungen, seine eigene Position zwischen Nationalstolz und Regimekritik neu zu definieren.

Katharina J. Ferner
Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste
Roman
ISBN 978-3-9503991-6-5
160 Seiten
Hardcover
EURO 19,90 (A + D), CHF 28,50
VÖ 7.9.2015

[‚Waiting On‘ Wednesday] Noch mehr Wunderland

Das Wunderland war mit Herzkönigin und Herzbube von A. G. Howards in den letzten Tagen hier ja schon sehr präsent und ich finde es gerade spannend, weiter in diese Richtung zu lesen. Deshalb habe ich mich gefreut, dieses Buch zu finden. Es erscheint im Mai 2016.
Auf Goodreads steht geschrieben:
As Princess of Wonderland Palace and the future Queen of Hearts, Dinah’s days are an endless monotony of tea, tarts, and a stream of vicious humiliations at the hands of her father, the King of Hearts. The only highlight of her days is visiting Wardley, her childhood best friend, the future Knave of Hearts — and the love of her life.

When an enchanting stranger arrives at the Palace, Dinah watches as everything she’s ever wanted threatens to crumble. As her coronation date approaches, a series of suspicious and bloody events suggests that something sinister stirs in the whimsical halls of Wonderland. It’s up to Dinah to unravel the mysteries that lurk both inside and under the Palace before she loses her own head to a clever and faceless foe.

Part epic fantasy, part twisted fairy tale, this dazzling saga will have readers shivering as Dinahs furious nature sweeps Wonderland up in the maelstrom of her wrath.

Familiar characters such as Cheshire, the White Rabbit, and the Mad Hatter make their appearance, enchanting readers with this new, dark take on Alice’s Adventures in Wonderland.

Kennst Du noch Wunderland-Bücher, die Du mir empfehlen kannst?

‘Waiting On’ Wednesday
// is a weekly event, hosted by Breaking the Spine, that spotlights upcoming releases that we’re eagerly anticipating.
// ist eine wöchentliche Aktion von Breaking the Spine. Es geht um Bücher, die noch nicht erschienen sind und auf deren Veröffentlichung wir hinfiebern.

[Cover Montag] Janet B. Taylor ‚Into the Dim‘

On Goodreads: “Seventy-two hours, then we have to be back at the clearing. Sunrise on the third day.”
Being “the homeschooled girl,” in a small town, Hope Walton’s crippling phobias and photographic memory don’t help her fit in with her adoptive dad’s perfectly blonde Southern family. But when her mother is killed in a natural disaster thousands of miles from home, Hope’s secluded world crumbles. After an aunt she’s never met invites her to spend the summer in Scotland, Hope discovers that her mother was more than a brilliant academic. She’s a member of a secret society of time travelers, and is actually trapped in the twelfth century in the age of King Henry II and Eleanor of Aquitaine. Now Hope must conquer her numerous fears and travel back in time to help rescue her mother before she’s lost for good. Along the way, she’ll discover more family secrets, and a mysterious boy who could be vital to setting her mother free… or the key to Hope’s undoing.
Addictive, romantic, and rich with historical detail, Into the Dim is an Outlander for teens.

Facts:
Janet B. Taylor
‚Into the Dim‘
Hardcover
432 pages
Expected publication: March 1st 2016
published by: HMH Books for Young Readers
ISBN: 9780544602007

 

[Cover Montag] ist mein Beitrag zur wöchentlichen Aktion von Maura von The emotional life of books.

[Speed Dating #7] Saucier und Remarque – Leben und Krieg

Gerade stecke ich mit dem Kopf noch etwas in „Dark Wonderland – Herzkönigin“ gedanklich fest und weil ich nächste Woche mit dem zweiten Teil der Reihe anfange, brauche ich entweder etwas, was ich parallel dazu lesen kann oder etwas, was ich dieses Wochenende sofort auslese. Deshalb habe ich mich entschlossen mir im [Speed Dating] heute folgende drei Bücher anzuschauen:

  1. Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr
  2. Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, eine Graphic Novel von Peter Eickmeyer
  3. Michel Plessix – Der Wind in den Weiden, Nach dem Roman von Kenneth Grahame

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Jocelyne Saucier habe ich beim Lovelybooks Leserpreis entdeckt und der Klappentext hat mich sofort überzeugt. Allerdings könnte ich mir vorstellen, da es ein Buch aus dem Suhrkamp//Insel Verlag ist, dass es nicht ganz so einfach zu lesen ist und einfach etwas Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit braucht.

Der Einband kommt sehr schön daher. Ich mag das Cover, dass für mich Ruhe und Kraft ausstrahlt.

Klappentext (Quelle: Suhrkamp // Insel):

Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

Ein Leben mehr ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Ich lese an, der Einstieg:

„Eine Geschichte, in der es um Menschen geht, die spurlos verschwinden, um einen Todespakt, der dem Leben sein Salz gibt, um den unwiderstehlichen Ruf der Wildnis und um die Liebe, die dem Leben seinen Sinn gibt. Die Geschichte klingt unwahrscheinlich, aber da wir Zeugen haben, muss sie wahr sein. Wer an ihr zweifelt, dem entgeht einer dieser besonderen Orte, wo besondere Menschen leben.“ Und so geht es weiter. Das ist der Klang der Erzählung, leicht und intensiv zugleich, beständig und doch nicht langweilig. Ich lese zwanzig Minuten und will mehr, die Atmosphäre ist genau richtig für ein stürmisches Novemberwochenende, für ein sich Hinausträumen in die Wildnis. Hin zu diesen alten Männern, die so menschlich erzählen …

 

Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, eine Graphic Novel von Peter Eickmeyer

Zuletzt ist mir Remarque in der Schule untergekommen und ich habe nicht unbedingt die besten Erinnerungen daran. Das gleiche Gefühl wie ich damals hatte, schwappt schon mit den ersten Worten herüber. Aber es ist ja [Speed Dating] und das Buch hat seine 20-Minuten-Chance verdient. Und das ist gut so. Denn neben den vielen düsteren Momenten gibt es Facetten der Menschlichkeit, leise warme Töne. Es ist und bleibt ein Buch über Krieg im 20. Jahrhundert.
„Wir wurden hart, mißtrauisch, mitleidlos, rachsüchtig, roh, und das war gut: denn diese Eigenschaften fehlten uns gerade.“ (ohne Seitenangabe)
Aber selbst wenn man sonst nicht an dieses Thema herankommt, könnte ich mir vorstellen, dass es in dieser Graphic-Novel-Version gerade für Jugendliche eine Alternative ist, sich dem Buch zu nähern.

Klappentext (Quelle: Splitter Verlag)

Mit dem Antikriegsroman »Im Westen nichts Neues« erlangte Erich Maria Remarque 1928 weltweite Aufmerksamkeit. Das Buch wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt und von Millionen gelesen. Zudem hat es mittlerweile seinen festen Platz im Schulkanon. Der in Osnabrück geborene Autor verarbeitete in seinem Roman die Erlebnisse seiner Generation im 1. Weltkrieg und verdeutlichte durch seine realistisch-subjektivistische Schilderungen die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.

Das Buch ist ein zutiefst berührender Appell an die Menschlichkeit, gegen das Vergessen und gegen den Krieg. Der Roman, der mit dem Heldenpathos brach, wurde 1933 von den Nazis verbrannt. Für den Meller Künstler Peter Eickmeyer war es, wie er selbst schreibt, eine »Herzensangelegenheit«, Remarques Werk mit den Mitteln der Graphic Novel umzusetzen.

Die NDR Kulturredaktionen haben „Im Westen nichts Neues“ als Buch des Monats Juni 2014 ausgewählt.

 

Nach diesem Buch versuche ich noch ein Drittes, die oben genannte Graphic Novel von Plessix, doch Remarque hat seinen Spuren hinterlassen und eine fluffige Geschichte passt danach gar nicht. Es wäre nicht fair, jetzt über sie zu urteilen, was ich unweigerlich tue, also werde ich sie mir an einem anderen Tag noch einmal vornehmen.

 

Kennst Du eines der beiden Bücher und welches der Beiden würdest Du zuerst lesen?

 

Du kannst auch gerne beim [Speed Dating] mitmachen. Hier steht, wie es geht. Und vergiss nicht, mir Deinen Link dazulassen, ich schaue gerne bei Dir vorbei.

 

[‚Waiting On‘ Wednesday] Cassandra Clares neue Reihe

Von Cassandra Clare wird es eine neue Reihe geben, die im März 2016 erscheint. Ich habe sie am Montag bei Maura (The emotional life of books) entdeckt und musste sie sofort für den [‚Waiting On‘ Wednesday] vormerken.
Leider habe ich nur Informationen auf Englisch gefunden (Quelle Goodreads):

Los Angeles. It’s been five years since the events of the Mortal Instruments when Nephilim stood poised on the brink of oblivion and Shadowhunter Emma Carstairs lost her parents. After the blood and violence she witnessed as a child, Emma has dedicated her life to to discovering exactly what it was that killed her parents and getting her revenge.

Raised in the Los Angeles Institute with the Blackthorn family, Emma is paired as a parabatai with her best friend, Julian Blackthorn. A series of murders in the city catch her attention — they seem to have the same characteristics as the deaths of her parents. Could the murderer be the same person? And her attention isn’t the only one caught: someone has been murdering Downworlders as well. The Fair Folk make a deal with the Institute: if the Blackthorns and Emma will investigate the killings, they’ll return Mark Blackthorn to his home. The catch: they have only two weeks to find the killers. Otherwise it’s open war between faeries and Nephilim.

The Shadowhunters of the Institute must race against time to catch the killers, even as they begin to suspect the involvement of those closest to them. At the same time, Emma is falling in love with the one person in the world she’s absolutely forbidden by Shadowhunter Law to love. Set against the glittering backdrop of present-day Los Angeles, Emma must learn to trust her head and her heart as she investigates a demonic plot that stretches from the warlock-run nightclubs of the Sunset Strip to the enchanted sea that pounds the beaches of Santa Monica.

 

‘Waiting On’ Wednesday
// is a weekly event, hosted by Breaking the Spine, that spotlights upcoming releases that we’re eagerly anticipating.
// ist eine wöchentliche Aktion von Breaking the Spine. Es geht um Bücher, die noch nicht erschienen sind und auf deren Veröffentlichung wir hinfiebern.

[Cover Montag] Victoria Scott ‚Feuer & Flut‘

„Ein atemberaubendes Wettrennen um Leben und Tod“ und diese Stimmung erzeugt auch schon gleich das Cover. Es arbeitet zwar nur mit Typo und ist im Grunde sehr schlicht, aber die Buchstaben haben durch die Gestaltung eine ungeheure Dynamik, sie sind sehr kraftvoll.

 

Klappentext vom Verlag (Random House)
Die 17-jährige Tella zögert keine Sekunde, als sie eine Einladung zum mysteriösen Brimstone Bleed erhält, einem tödlichen Wettrennen, das sie und andere Teilnehmer durch einen tückischen Dschungel und eine sengend heiße Wüste führt. Als Preis winkt das Heilmittel für ihren todkranken Bruder. Zur Seite steht ihr ein Pandora, ein genetisch verändertes Tier, das sie bei ihrer Aufgabe unterstützen soll. In ihrem Fall ist es ein Fuchs namens Madox, und gemeinsam kämpfen sie sich durch die erste Etappe des mörderischen Rennens. Doch es kann nur einen Sieger geben, und jeder Teilnehmer ist bereit, sein Leben für das eines geliebten Menschen aufs Spiel zu setzen. Tella muss mehr über das Brimstone Bleed erfahren, bevor ihre Zeit abläuft. Doch dann verliebt sie sich in den mysteriösen Guy – und alle freundschaftlichen Gefühle scheinen dahin, als es auf die Zielgerade zugeht …

Fakten
Victoria Scott
Feuer & Flut
Originaltitel: Fire & Flood #1
Originalverlag: Scholastic, US
Aus dem Amerikanischen von Michaela Link
Deutsche Erstausgabe
Verlag cbt (Random House)
Ab 14 Jahren

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
448 Seiten, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-570-16293-4
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 22,90 * (* empf. VK-Preis)

E-Book
epub, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-13686-4
€ 13,99 [D] | CHF 18,00 * (* empf. VK-Preis)

 

Wie findest Du das Cover und hast Du das Buch vielleicht schon gelesen?

Lass mir gerne auch den Link zu Deinem Beitrag da, ich schaue gerne bei Dir vorbei.

 

[Cover Montag] ist mein Beitrag zur wöchentlichen Aktion von Maura von The emotional life of books.

[Speed Dating #6] mit Kai Meyer, einer epischen Suche und Jerusalem

Kai Meyer: dieser Name kommt mir ständig unter und ich habe permanent das Gefühl, ich müsste mal etwas von ihm lesen. Ein paar Mal hatte ich auch schon Bücher von ihm in der Hand, bin aber nie weiter gekommen. Speed Dating in der Bibliothek: Das wird mich heute endgültig mit Kai Meyer zusammenbringen. Der Einstieg soll erst mal ganz sanft sein, deshalb suche ich mit Graphic Novels heraus. Es werden „Drache und Diamant (Band 5)“ und „Lanze & Licht (Band 4)“.

Sind das zwei Reihen, gehören die zusammen, wie gehören die zusammen? Am Anfang ist die Verwirrung groß und auch im Nachgang dauert es eine Weile, bis ich es kapiert habe. Für jemanden, der das nicht kennt und einfach so reinliest, ist es nicht eindeutig.

Für Dich, falls Du die Reihe lesen willst, das ist die Reihenfolge der Bände:

Das Wolkenvolk – Seide und Schwert, Erstes Buch: Wisperwind

Das Wolkenvolk – Seide und Schwert, Zweites Buch: Mondkind

Das Wolkenvolk – Lanze und Licht, Drittes Buch: Drachenfriedhof

Das Wolkenvolk – Lanze und Licht, Viertes Buch: Himmelsberge

Das Wolkenvolk – Drache und Diamant, Fünftes Buch: Lavaglut

Das Wolkenvolk – Drache und Diamant, Sechstes Buch: Pangu

Und die gibt es alle im Splitter Verlag (http://www.splitter-verlag.eu).

Die Welt ist insgesamt komplex, beim Lesen also unbedingt mit dem ersten Teil anfangen, dann wird es vielleicht etwas. Mit uns ist es nichts geworden, weder die Gestaltung noch die Texte können mich überzeugen. Es ist doch schon eher heftige Fantasy, also nicht ein paar allgemein magische Figuren, die in vertrauten Welten auftauchen. Sondern das ist eine ganz eigene Welt mit dafür geschaffenen Wesen. Für mich für diesen Tag zu viel und nicht greifbar.

Als ich die Bücher zurück bringe, stoße ich auf die Graphic Novel „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ und Kai Meyer ist leider vergessen. In die Geschichte finde ich sehr schnell rein, schneller als bei anderen Graphic Novels. Manchmal kommt das Buch etwas oberlehrerhaft daher, der Tonfall nervt, auch wenn dadurch das Verstehen erleichtert wird. Immerhin geht es um ein schwieriges Thema, um die geteilte Stadt Jerusalem und wie das alltäglich Leben dort abläuft.

Nach zehn Minuten lege ich das Buch mit dem Gefühl zur Seite, dass ich mir mehr Zeit nehmen muss und mehr Aufmerksamkeit brauche, um tiefer einzusteigen. Auf jeden Fall habe ich zu diesem Zeitpunkt schon heftig Sehnsucht danach, mal wieder in einer Stadt zu sein, in der der Muezzin ruft.

Die nächste Geschichte ist „Die epische Suche nach Wahrheit“. Klingt vom Titel her toll, mich lockt das Deckblatt, aber sorry, danach nur gähn. Sehr schwer, klobige Sprache, zu intellektuell für diesen Tag. Letztlich lese ich in den „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ weiter, doch noch einige Seiten, habe dann aber genug und nehme nichts mit nach Hause.

Diese Bücher habe ich gedatet:

  1. Das Wolkenvolk, Drache und Diamant, Fünftes Buch: Lavaglut // Kai Meyer, Yann Krehl & Ralf Schlüter // Splitter Verlag // ISBN 978-3-86869-070-5
  2. Das Wolkenvolk, Lanze und Licht Viertes Buch: Himmelsberge // Kai Meyer, Yann Krehl & Ralf Schlüter // Splitter Verlag // ISBN 978-3-86869-068-2
  3. Aufzeichnungen aus Jerusalem // Guy Delisle & Lucie Firoud // Reprodukt Verlag // ISBN 978-3-943143-04-1
  4. Logicomix: [eine epische Suche nach Wahrheit] // Apostolos Doxiadis & Alecos Papadatos // Atrium Verlag // ISBN 978-3-85535-069-8

 

Bist Du ein Kai Meyer Fan und welches ist Dein Lieblingsbuch?

 

Hast Du Lust beim Speed Dating mitzumachen? Hier steht, wie es geht. Und vergiss nicht, mir Deinen Link dazulassen, ich schaue gerne bei Dir vorbei.

 

© 2017 Anna Thur. Alle Rechte vorbehalten.

Thema von Anders Norén.