Anna Thur

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Schlagwort: Buch (Seite 1 von 13)

Frei nach Robin Hood – Ina Steg über das Schreiben

Eine Kollegin, deren (Schreib-)Stimme mir mehr und mehr ans Herz wächst und die ich nicht mehr missen möchte, hat ein neues Buch veröffentlicht. Eine schöne Gelegenheit, sie zu Wort kommen zu lassen und etwas mehr über Ihr Buch und das Schreiben zu erfahren und nicht zuletzt, um ihrer Stimme ein wenig zu lauschen …

Dein neues Buch ist da. Herzlichen Glückwunsch. Magst du etwas darüber erzählen, wie es entstanden ist?

Vielen Dank, ja, sehr gerne. In „Eine Diebin zum Verlieben“ habe ich eine Figur in die Gegenwart geholt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Jedes Mal, wenn ich etwas über Robin Hood sah oder las, hallte in mir ein besonderes Gefühl nach. Mich beeindruckte dieser Wille und Mut, sich für die Schwachen einzusetzen. Daran erinnerte ich mich, als ich überlegte, welches Thema mich so faszinieren könnte, um mich viele Monate damit zu beschäftigen. Ich stellte mir die Frage, was passieren würde, wenn ich aus der Legende Robin Hood eine lesbische Frau machen würde.

Dass es Robin Hood gegeben hat, konnte nie bewiesen werden. Es gibt jedoch ein paar reale Räuber, durch die einige Schriftsteller inspiriert wurden, wie zum Beispiel Christian August Vulpius, der die Figur Rinaldo Rinaldini erschuf. Im 18. Jahrhundert lebte in Italien der Räuberhauptmann Angelo Duca, der aufgrund seines Gerechtigkeitssinns für viele zum Helden wurde. Ich machte ihn zu dem Vorbild meiner Robin und ließ so seine Geschichte und die Ergebnisse meiner Recherchen in den Roman mit einfließen.

War das Schreiben diesmal anders, jetzt beim zweiten Buch?

Ja und das hat mich zunächst sehr irritiert. Beim ersten Buch, „Alles nur Kulisse“, hatte ich eine grobe Vorstellung von den beiden Hauptfiguren und beschäftigte mich dann mit Daily Soaps, Sektenstrukturen und der Rolle eines jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft. Umso mehr ich über die Thematiken wusste, umso häufiger bekam ich Ideen für Szenen in denen die Figuren auftauchen sollten und wollten. Ich schrieb nicht chronologisch, sondern fügte die Szenen Stück für Stück zusammen. Das machte die Überarbeitung langwierig, denn obwohl die Geschichte für mich im Kopf komplett war, waren die Übergänge nicht immer flüssig und logisch.

Beim zweiten Buch ließ ich zunächst die Figuren über einen langen Zeitraum entstehen. Ich füllte Charakterbögen und schrieb Vorkommnisse aus ihrer Vergangenheit auf. Es gibt eine Art sich der Figur zu nähern, die ich sehr mag, man lässt sie aus ihrer Perspektive einen Brief, oder auch mehrere, an die Autorin schreiben. Während der Brief entsteht, offenbaren sich viele Charaktereigenschaften der Figuren. Es ging zum Beispiel damit los, dass Robin mich duzte, während Hanna mich siezte. Hanna erzählte direkt von ihrer beruflichen Situation, was mir zeigte, dass sie das sehr beschäftigte. Robin schrieb frei heraus: „Ich soll dir über mich erzählen wer ich bin. Nun, man würde mich wohl als eine Diebin bezeichnen. Ich bin eine Diebin, zweifelsfrei. Ja, natürlich, ich stehle. Aber ich klaue von denjenigen, die anderen Unrechtes getan haben.“ Durch diese Übung bekam ich auch schnell ein Gefühl für die Sprache der beiden. Ich hoffte, dass mir die Ideen für die Szenen anschließend wieder zufliegen würden, doch klare Bilder blieben aus. Stattdessen redeten die beiden weiter. Ich füllte einen Schreibblock sowie etliche Notizzettel mit einzelnen Sätzen, kurzen möglichen Dialogen und Vorgehensweisen von Robin und Hanna. Dabei merkte ich, dass ich erst einen Weg finden musste, diese beiden unterschiedlichen Frauen zueinander zu bringen und verstehen musste, warum sie sich ineinander verliebten. Als das gelöst war, kamen auch die Ideen für Orte und Szenen. Ich entwickelte in einer Woche ein Stufendiagramm mit Kapitelabfolgen, an dem ich mich entlang schrieb und die Szenen ausformulierte. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich nicht ein Grundrezept für die Entwicklung einer Geschichte nehmen kann, nur weil es mal gut funktioniert hat. Jeder Text scheint eine andere Herangehensweise zu benötigen.

Du hast einen Hauptberuf, wie viel Zeit bleibt Dir da für das Schreiben und wie organisierst Du Dich, Dein Schreiben?

Auch das scheint in einem stetigen Wandel zu sein. Das erste Buch habe ich zum Teil vor der Arbeit geschrieben, außerdem hatte ich immer ein Notizbuch dabei und schrieb Szenenfragmente, wenn es die Zeit hergab. Beim zweiten Buch habe ich mir unter der Woche einen Abend freigehalten und schrieb dann ungefähr zwei Stunden am Stück sowie mindestens einen Tag des Wochenendes. Die Kurzgeschichte „12 Tage“ entstand überwiegend handschriftlich auf einem Block, ich schrieb während ich draußen im Park saß, spätabends tippte ich den Text dann ab und überarbeitete ihn direkt.

Unter der Woche bin ich nun meist zu müde, ich versuche mir mindestens einen ganzen Tag des Wochenendes freizuhalten, zudem nehme ich mir einige Urlaubstage im Jahr, um diese durchzuschreiben. Ich denke, man sollte da nicht zu streng mit sich sein und krampfhaft versuchen ein bestimmtes Konstrukt durchzuhalten, nur weil es bei einem abgeschlossenen Projekt funktioniert hat. Der Alltag verändert sich und einem selbst geht es auch nicht immer gleich gut. Ich versuche mittlerweile immer neu zu entscheiden und zu überlegen: wie klappt das Schreiben heute für dich? Welche Form macht dir Spaß? Willst du viele Stunden am Stück schreiben, oder nur eine halbe Stunde auf dem Notizblock? So komme ich gut voran, also, zumindest momentan.

Schreiben ist nicht immer einfach. Warum tust Du Dir das an und was ist Schreiben für Dich?

Das Schreiben gibt mir die Möglichkeit, mich voll und ganz einem Gefühl hinzugeben. Ich kann mich den vielen Facetten einer Figur nähern, wie ich es mich nur bei den wenigsten Menschen trauen würde. Ich nehme mir die Zeit, eine Szene so intensiv zu durchleben, wie es in der Realität nicht möglich wäre. Ich erlaube mir, auf Details zu achten, was im Alltag leider oft untergeht. Das macht das Schreiben für mich zu etwas sehr besonderem. Ich kann zum Beispiel etwas Schönes festhalten und habe die Möglichkeit, es noch besser zu machen. Drei Stunden an einer Kuss-Szene zu schreiben ist nicht nur aufregend, es erlaubt mir auch, diesen Moment anzuhalten und ihn von vielen Seiten zu betrachten. Am Tag nachdem ich geschrieben habe, erlebe ich vieles bewusster. Ich achte auch bei mir vertrauten Menschen auf Gesten und Mimik und entdecke Neues, ich betrachte die Farben um mich herum genauer, bleibe öfter stehen um den vielen Geräuschen zu lauschen. Dieses Abtauchen in eine Phantasiewelt lenkt meinen Blick auf die Schönheit um mich herum.

Was machst Du, wenn Du mit einer Geschichte nicht weiter kommst?

Diese Situation hatte ich erst vor ein paar Wochen, mittlerweile habe ich zum Glück erkannt, was mir hilft, ich brauche dann neuen Input. Ich beschäftige mich mit dem Grundthema der Geschichte, lese Sachbücher oder Artikel, momentan schaue ich viele Dokumentationen. Kritzeln in Form des Mindmappings hilft mir ebenfalls; ich klappe den Notizblock auf, schreibe Worte die mich beschäftigen in die Mitte, und ergänze Assoziationen, auch wenn diese vielleicht nichts mit der Geschichte zu tun haben.

Mittlerweile habe ich auch gelernt den Text zu ignorieren und mich erst wieder dranzusetzen, wenn ich ein gutes Bauchgefühl habe. Noch beim letzten Buch war ich sauer auf mich, wenn es mit dem Schreiben mal nicht klappte. Ich bekam dann schlechte Laune, war unzufrieden und habe auch das ganze Projekt in Frage gestellt. Ich denke mittlerweile, man sollte sich nicht unter Druck setzen und auf sich vertrauen. Wenn es ein Thema gibt, das einem am Herzen liegt und man Figuren entwickelt hat, die man irgendwann mit anderen teilen möchte, dann werden die passenden Worte dazu ihren Weg auf das Papier finden. Selbst wenn einige Wochen verstreichen, oder auch mal ganze Szenen gestrichen werden müssen, ist diese Zeit nicht vergebens, denn jeder Schritt wieder hin zu der Geschichte, lässt sie am Ende zu dem einen besonderen Text werden.

Gibt es schon ein neues Projekt?

Ja, ich arbeite an einem Romanmanuskript. Die Grundthematik habe ich, und die ersten Szenen sind verfasst, doch mir fehlt bisher der Mut darüber zu reden. Ich weiß noch nicht, wie es für die beiden Hauptfiguren ausgehen wird und wie sie an ihre Ziele gelangen. Erst wenn ich das herausgefunden habe, kann ich zum Beispiel auch mit meinem Verlag über die Geschichte reden. Ich weiß, dass ich die Figuren dann gegebenenfalls verteidigen muss, dafür muss ich zu ihnen stehen können und momentan kenne ich sie dafür noch nicht gut genug. Es wird wohl Zeit, ein paar Briefe zu lesen.

Weiterlesen!

Wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist: Hier kommst Du zum Buch und hier erfährst Du mehr über die Autorin. Und natürlich habe ich auch das Buch gelesen und hier dazu ein paar Gedanken festgehalten.

Bevor es für Dich heißt „Viel Spaß beim Weiterlesen!“ – welche Briefe fallen Dir spontan ein, für die es Zeit wäre, sie zu lesen?

„Das Date – Eine Szene“ auf Wattpad

Es gibt eine zweite Geschichte auf Wattpad, über die ich gar nicht so viel verraten will. Ich wünsche Euch einfach viel Spaß beim Lesen und bitte –> hier entlang.

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Der Zahnarzt – auf Wattpad

Schon länger habe ich ein Auge auf Wattpad geworfen und mich in den vergangenen Wochen dort eingelesen. Heute ist es endlich so weit und es gibt von mir meine erste eigene Story auf Wattpad. Passend zur halloweenigen Endoktoberstimmung wird es mit dem Zahnarzt gruselig …

Euch viel Spaß beim Lesen und bitte –> hier entlang.

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[Cover Montag] Alex van Hell „Leben“ von Knaur

Zu dem Buch kommt auf jeden Fall noch eine Rezension, denn ich lese es gerade schon zum zweiten Mal. Aber heute erst mal das Cover zum Montag, es ist ein absoluter Hingucker.

9783426787861

Klappentext (von Knaur)

Alex hat so viel mitgemacht, das reicht für zwölf Leben: Ihr leiblicher Vater ist Alkoholiker, vor dem die Familie flieht, die Mutter holt einen Lebensgefährten ins Haus, der Alex und ihre Schwester immer wieder verprügelt; als Teenager schließlich stürzt Alex total ab. Sie gerät in einen Strudel aus Drogen und Gewalt und wird mit 16 Jahren obdachlos. Mit zwanzig fängt sie mit dem Gogo-Tanz an und sichert sich damit ihre Existenz, führt endlich ein Leben, das sie lieben kann. Sie versöhnt sich sogar mit ihrer Mutter, als diese an Brustkrebs erkrankt. Doch wenig später der Rückschlag: Ein Tumor breitet sich in Alex van Hells Kopf aus, erst nach einem epileptischen Anfall nehmen sich die Ärzte ihrer an. Das Kavernom kann entfernt werden, die Epilepsie, die es ausgelöst hat, wird bleiben. Und trotz allem schafft es Alex, sich ein weiteres Mal aufzurappeln. Heute, fünf Jahre später, hat sie ein eigenes Tattoo-Studio, ist ein begehrtes Tattoo-Model, Barkeeperin und Geschäftsführerin eines Fetisch-Clubs. Dieses Buch ist die Geschichte einer unvergleichlichen Kämpferin.

 

Fakten:

Taschenbuch, Knaur TB
01.02.2016, 240 S.

ISBN: 978-3-426-78786-1
12,99

 

E-Book, Knaur eBook
26.01.2016, 240 S.

ISBN: 978-3-426-43587-8
10,99

 

Wie gefällt Dir das Cover und liest Du Bücher wie diese oder eher nur Fiktion?

[Blogparade] „Worst & ugliest 2015“ von Alex‘ Bücherwahnsinn

Die Alex vom Bücherwahnsinn hat gefragt, welche unsere schlimmsten Bucherfahrungen 2015 waren und das sind meine:

Worst E-Book: Der Sommer der Freiheit

9783426512166Zugegeben: Bücher dieser Art sind nicht unbedingt meine Lieblingsbücher, aber ab und an kann es ganz nett sein, so etwas zu lesen. Doch leider nicht bei diesem Buch, bei dem ich auch nicht bis zum Ende gekommen bin. Für mich ist essenziell an einem historischen Roman, dass er es schafft, das ganz besondere Ambiente einer Epoche so einzufangen, dass er für uns, heute, interessant ist. Das schafft die Autorin leider nicht. Nett formuliert. Denn eigentlich war ich schwer enttäuscht, wie alt sie klingt, so als wäre sie selbst in diesem Jahr geboren und würde aus ihrem Leben berichten. Schade, denn der Plot ist okay.

Klappentext (Quelle: Droemer Knaur)

Selma ist die Tochter einer angesehenen Zeitungsverlegerfamilie und fährt mit ihrer Familie wie jedes Jahr in die Sommerfrische nach Baden-Baden. Man genießt das elegante Ambiente, die Konzerte und Bälle. Selma hat gerade – zum Entsetzen der Mutter! – das Autofahren gelernt und wartet ungeduldig auf die Ankunft ihres Verlobten Gero. Da lernt sie bei einem Ausflug ins nahe gelegene Elsass den französischen Fotografen Robert kennen – und es ist um sie geschehen. Doch wir schreiben das Jahr 1913, und bald wird der Geliebte zu den Feinden zählen …

 

Worst Buch: John Green

Inzwischen habe ich noch ein paar andere Bücher abgebrochen, aber keines war so wie John Green und hier steht warum

Worst Titel: Man müsste mehr ans Meer

Kein sein, dass ich da inzwischen ein Twitter-Trauma habe, aber da geht es ständig um Meer und mehr Meer und so weiter. So viel, dass ich mich inzwischen Frage, ob das twittertypisch ist und einfach nur die Bergfetischisten woanders unterwegs sind oder ob alle Welt immer nur ans Meer will. Und dann bin ich auf diesen Titel „Man müsste mehr ans Meer“ vom (Augenzwinker) Herausgeber Magnus See gestoßen. Sorry, geht nicht.

Das hätte übrigens fast nur der Titel „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“ von Antonia Baum aufgrund der Länge getoppt.

 

Worst Cover: Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

 

Wie Anatolij - webWenn Anatolij Petrowitsch gewusst hätte, welche Schwierigkeiten ihm ein kleiner Urlaub beschert, wäre er wohl einfach in Moskau geblieben. So bringt ihn ein fälschlicherweise als Dienstreise ausgewiesener Auslandsaufenthalt ins Visier der russischen Ermittler. Aber da ist ja auch noch Tatjana, die in Ungnade geratene ukrainische Journalistin, die sein Leben nachhaltig verändert, seine Tochter, die einen Nichtsnutz ehelichen will, und Michail, der auch ganz andere Probleme hat. Ein Schulterklopfen von Präsident Putin hilft da nicht viel. Anatolij Petrowitsch, der am liebsten seine Ruhe hätte, sieht sich plötzlich zwischen den Fronten, wird vom Geheimdienst verfolgt, und ist gezwungen, seine eigene Position zwischen Nationalstolz und Regimekritik neu zu definieren.

Katharina J. Ferner
Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste
Roman
ISBN 978-3-9503991-6-5
160 Seiten
Hardcover
EURO 19,90 (A + D), CHF 28,50
VÖ 7.9.2015

[Cover Montag] Amanda Hocking ‚Frostfire‘

Hidden deep in the heart of a snow-covered wilderness lies the secret kingdom of the Kanin–a magical realm as beautiful as it is treacherous…
Bryn Aven has never fit into Kanin society. Her blond hair and blue eyes set her apart as an outsider–a half-blood unable to hold a respectable rank. But she’s determined to prove herself as a loyal protector of the kingdom she loves. Her dream is to become a member of the King’s elite guard, and she’s not going to let anything stand in her way…not even her growing feelings for her boss, Ridley Dresden. A relationship between them is strictly forbidden, but Bryn can’t fight her attraction to him. And she’s beginning to think he feels it too.
Meanwhile, there’s an attack on the kingdom–one that will test Bryn’s strength like never before. Finally, she has the chance to confront Konstantin Black, the traitor who tried to kill her father years ago. It’s up to Bryn to put a stop to him before he strikes again. But is she willing to risk everything to protect a kingdom that doesn’t accept her for who she really is? And when her mission brings her closer to Ridley, will she be able to deny her heart?

Frostfire by Amanda Hocking at Macmillan

[Cover Montag] ist mein Beitrag zur wöchentlichen Aktion von The emotional life of books.

[Rezension] Die Brockhaus Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens

Langsam zieht eine weihnachtliche Grundstimmung auf, Zeit für die passenden Geschichten. In der Bibliothek habe ich mir die Weihnachtsgeschichte von Dickens als Graphic Novel rausgesucht. In letzter Zeit hatte ich mit Graphic Novels unheimliches Glück, deswegen bin ich etwas verwöhnt, wie ich sofort feststelle.

Der Anfang ist etwas langatmig, die Geschichte wird sehr trocken erzählt. Ein bisschen mehr Spannung hätte sich da ruhig aufbauen lassen. Ich überspringe Seiten, schaue, ob es sich bessert. Und dann das: Das Ende ist etwas sehr süß erzählt und gezeichnet. Der Wandel von Ebenezer Scrooge kam dafür zu schnell. Auffallen auch die langen Sprechblasen und dass die Großbuchstaben, in denen der Text geschrieben ist, das Lesen erschweren. Insgesamt ist es erwartungsgerecht brockhausmäßig solide umgesetzt. Aber so richtig Spaß habe ich nicht und werde das Buch nicht mitnehmen.

 

Klappentext

Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Doch der grantige und kaltherzige Geizhals Ebenezer Scrooge lehnt das Weihnachtsfest ab. Da bekommt er unerwarteten Besuch: Der Geist seines Geschäftspartners prophezeit Scrooge ein düsteres und einsames Ende. Es folgen die Geister der vergangenen, der diesjährigen und der zukünftigen Weihnacht, die ihn mit auf eine Zeitreise nehmen. So besinnt Scrooge sich schließlich, sein Leben zum Guten zu ändern. // Die oft adaptierte Weihnachtsgeschichte von 1843 ist einer der berühmtesten und vor allem herzerwärmendsten Romane von Charles Dickens. // Die Reihe Brockhaus Literaturcomics bereitet Klassiker in mitreißenden Bildergeschichten auf. Mit diesen Bänden wurde ein vielbeachtetes neues Buchformat geschaffen, das junge Leser ab 10 Jahren an die großen Geschichten der Weltliteratur heranführt. Zu jedem Comic gibt es im Anhang Informationen zum Werk und zum Autor. Weitere Titel aus der Reihe Brockhaus Literaturcomics sind erhältlich.

 

Fakten

Eine Weihnachtsgeschichte // Charles Dickens

Text: Patrice Buendia

Zeichner: Jean-Marc Stalner

Brockhaus Literaturcomics

ISBN 978-3-577-00330-8

Das Buch bei Lovelybooks.

[‚Waiting On‘ Wednesday] Noch mehr Wunderland

Das Wunderland war mit Herzkönigin und Herzbube von A. G. Howards in den letzten Tagen hier ja schon sehr präsent und ich finde es gerade spannend, weiter in diese Richtung zu lesen. Deshalb habe ich mich gefreut, dieses Buch zu finden. Es erscheint im Mai 2016.
Auf Goodreads steht geschrieben:
As Princess of Wonderland Palace and the future Queen of Hearts, Dinah’s days are an endless monotony of tea, tarts, and a stream of vicious humiliations at the hands of her father, the King of Hearts. The only highlight of her days is visiting Wardley, her childhood best friend, the future Knave of Hearts — and the love of her life.

When an enchanting stranger arrives at the Palace, Dinah watches as everything she’s ever wanted threatens to crumble. As her coronation date approaches, a series of suspicious and bloody events suggests that something sinister stirs in the whimsical halls of Wonderland. It’s up to Dinah to unravel the mysteries that lurk both inside and under the Palace before she loses her own head to a clever and faceless foe.

Part epic fantasy, part twisted fairy tale, this dazzling saga will have readers shivering as Dinahs furious nature sweeps Wonderland up in the maelstrom of her wrath.

Familiar characters such as Cheshire, the White Rabbit, and the Mad Hatter make their appearance, enchanting readers with this new, dark take on Alice’s Adventures in Wonderland.

Kennst Du noch Wunderland-Bücher, die Du mir empfehlen kannst?

‘Waiting On’ Wednesday
// is a weekly event, hosted by Breaking the Spine, that spotlights upcoming releases that we’re eagerly anticipating.
// ist eine wöchentliche Aktion von Breaking the Spine. Es geht um Bücher, die noch nicht erschienen sind und auf deren Veröffentlichung wir hinfiebern.

[Rezension] Throne of Glass – Die Erwählte von Sarah Maas

Von höllischer Sklavenarbeit zu einem fiesen Wettkampf, nach dem sie entweder im Auftrag des König morden oder zurück zur für sie mit Sicherheit tödlichen Minenarbeit muss. Das ist die Geschichte von Celaena, die temporeich und leicht erzählt wird.

Die Hauptfigur Celaena ist eine harte Killerin, die sich auf Süßigkeiten stürzt und sie verschlingt, bis ihr schlecht ist, bei Hundewelpen dahinschmilzt, unbedingt auf Bälle möchte und dann die mysteriöse Schönheit ist, die alle verstohlen anschauen. Sie ist eine zarte Fastfrau, mit wehenden Haaren, die als Auftragskillerin Hunderte getötet hat, eine gefürchtete Assassinin, der ihr Ruf weit vorauseilt. Sie ist so viel und noch mehr liegt im Verborgenen. Aber diese Vielfältigkeit ist gar nicht verwirrend und wirkt auch nicht unentschlossen. Die Autorin schafft es, die Figur mit diesen ganzen Regenbogenfacetten so zu zeichnen, dass es glaubwürdig erscheint. Sie ist eben noch verdammt jung und ihre Entwicklung nicht abgeschlossen. Man ist neugierig, mehr über sie und ihre Vergangenheit zu erfahren. Davon erhoffe ich mir auch einiges in den kommenden Teilen der Reihe, denn hier ist noch nicht alles erzählt und es wäre durchaus eine Schwachstelle, wenn da Fragen offen bleiben würden.

Insgesamt würde ich von dem Buch keine Hochliteratur erwarten, aber es ist gut erzählt, kurzweilig und schlüssig. Die Fantasyelemente kommen nicht mit dem Holzhammer daher. Sondern wir gleiten langsam in die Welt jenseits der Magie, in die Welt der Wyrdzeichen und Dämonen, hinein.

Spannend erzählt ist auch, wie sich zwei Männer in sie verlieben, wie sich Freundschaft entwickelt und wie Celaena nach ihrer üblen Vergangenheit wieder anfängt, Gefühle zuzulassen und Menschen zu vertrauen. Hier ist nicht alles ganz überraschend erzählt. Manche Ereignisse und Entwicklungen sind durchschaubar. Aber in dem Moment, in dem sie stattfinden, sind sie so persönlich, dass es das wettmacht und man wieder mit den Figuren mitfiebern kann.

Gesamturteil: Von der ersten Seite an packend und bis zum Schluss mit nur ganz leichten Schwächen spannend. Ich freue mich unheimlich auf die nächsten Bände – die Reihe hat definitiv Suchtfaktor und bei Goodreads wird das Buch 5 von 5 Sternen bekommen.

 

Fakten

Sarah Maas
Trhone of Glass – Die Erwählte (Band 1 der Reihe)

Aus dem Englischen von Ilse Layer
Hardcover
Deutsche Erstausgabe
500 Seiten
Ab 14
ISBN 978-3-423-76078-2

dtv Verlag

[Rezension] A. G. Howard // Dark Wonderland (2) – Herzbube

Der Anfang ist ein Liebesroman, diesen Stil muss man mögen. Leider ist das nicht so meins, trotzdem lese ich weiter, weil ich wissen möchte, was mit Alyssa, was im bzw. um das Wunderland herum geschieht. Dann taucht das Wunderland auf und ich habe das Gefühl, dass es jetzt besser wird. Nur für einen kurzen Augenblick, denn schon nach wenigen Seiten ist es wieder irgendwie ermüdend.

Es ist ein ständiges Hin und Her, ohne dass es wirklich zur Sache geht. Die von der Autorin anscheinend neu entdeckte Verliebtheit in Klamotten führt außerdem dazu, dass sie eine so große Rolle spielen, dass es schon wieder langweilig wird. Die Gothic-Ideen, die sie spinnt, sind großartig. Trotzdem kommt man nicht umhin, es etwas übertrieben zu finden.

Ab etwa der Mitte wird es lesbarer. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf, auch wenn hier wieder das auftritt, was schon den ersten Band geprägt hat: Mit den Intrigen und Machtverwirrungen des Wunderlands verstrickt sich die Geschichte so weit, dass es schwierig wird, ihr zu folgen.

Und plötzlich ist man kurz vor Ende des Buches und fragt sich, was geschehen ist. Einerseits ist es gut, dass die Geschichte so schnell nach vorne geschritten ist, offene Fragen geklärt wurden und etwas passiert. Andererseits fühlt es sich nicht so groß und wichtig an, wie ständig betont wird, dass es das ist. Es gehen Dinge vor sich, die alles zerstören können, die Menschenwelt und Wunderland bedrohen, ernsthaft bedrohen. Aber irgendwie sind es viele Worte, die nicht wirklich durchdringen. Es gibt schön Kleider, Farben, Gefühle und trotzdem bin ich nicht mit ganzem Herzen bei den Figuren. Man bleibt merkwürdig distanziert. Im ersten Band war trotz all der Phantastik mehr Nähe da, habe ich mich mehr mit den Charakteren identifiziert.

Und ZACK Howards schafft es doch wieder. Kurz vor Schluss kriegt sie mich und ich gehe aus dem Buch mit der Frage: Wie geht es weiter? Wann kommt der dritte Teil auf Deutsch oder muss ich ihn auf Englisch lesen, werde ich ihn verstehen?

Hoch anrechne ich der Autorin auf jeden Fall, dass sie mit einem erzählerischen Tabu bricht und einen Konflikt zwischen zwei Figuren schürt, der dann zwar wieder beigelegt wird, aber trotzdem wirkt er in dem Moment so, wie sich kaum ein Autor es traut. Hier will ich nicht mehr verraten, um nicht zu spoilern, wer trotzdem mehr wissen will, kann mir gerne einfach mailen.

Was ich noch beim ersten Band kritisiert habe, dass die prickelnden, erotischen Szenen vielleicht nicht der Zielgruppe ab 14 Jahren entsprechen, ist jetzt ausgemerzt. Es ist diesbezüglich harmlos und wirkt durchgängig eher wie ein Highschool-Sonntags-Märchen. Stattdessen tauchen gruselige und blutige Elemente auf, die auch nicht ganz ohne sind. Heißt, die wunderlichen Elemente, die der Klappentext ankündigt, sind nicht so niedlich wie sie klingen sondern düster.

Insgesamt werde ich dem Buch bei Goodreads 3 von 5 Sternen geben.

 

Klappentext (Quelle Randomhouse):

Hör auf das Flüstern: Sie sind hier …

Alyssa Gardner ist durch den Kaninchenbau gegangen, wurde zur roten Königin gekrönt und hat mit dem Bändersnätch gekämpft. Alyssa ist die Nachfahrin von Alice Liddell – besser bekannt als Alice im Wunderland. Jetzt muss sie bloß noch den Schulabschluss machen und ein ganz normales Leben mit ihrer großen Liebe Jeb anfangen. Wäre da nur nicht der finstere, verführerische Morpheus, der sie zu einem neuen gefährlichen Abenteuer überreden will. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Rettung von Wunderland. Alyssa weigert sich, ins Reich hinter dem Spiegel zurückzukehren. Doch hat sie wirklich eine Wahl? Plötzlich wimmelt es in ihrer eigenen Welt vor wunderlichen Gestalten …

 

Fakten:

A.G. Howard
Dark Wonderland – Herzbube (Band 2 der Wonderland-Reihe)

Originaltitel: Unhinged
Originalverlag: Abrams
Aus dem Englischen von Michaela Link
Verlag: cbt

Deutsche Erstausgabe
Ab 14 Jahren

Gebundenes Buch
480 Seiten
ISBN: 978-3-570-16374-0
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50 * (* empf. VK-Preis)

eBook
Format: epub
ISBN: 978-3-641-15322-9
€ 13,99 [D] | CHF 17,00 * (* empf. VK-Preis)

erscheint am: 23. November 2015

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Thema von Anders Norén.