Anna Thur

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[Speed Dating #7] Saucier und Remarque – Leben und Krieg

Gerade stecke ich mit dem Kopf noch etwas in „Dark Wonderland – Herzkönigin“ gedanklich fest und weil ich nächste Woche mit dem zweiten Teil der Reihe anfange, brauche ich entweder etwas, was ich parallel dazu lesen kann oder etwas, was ich dieses Wochenende sofort auslese. Deshalb habe ich mich entschlossen mir im [Speed Dating] heute folgende drei Bücher anzuschauen:

  1. Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr
  2. Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, eine Graphic Novel von Peter Eickmeyer
  3. Michel Plessix – Der Wind in den Weiden, Nach dem Roman von Kenneth Grahame

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Jocelyne Saucier habe ich beim Lovelybooks Leserpreis entdeckt und der Klappentext hat mich sofort überzeugt. Allerdings könnte ich mir vorstellen, da es ein Buch aus dem Suhrkamp//Insel Verlag ist, dass es nicht ganz so einfach zu lesen ist und einfach etwas Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit braucht.

Der Einband kommt sehr schön daher. Ich mag das Cover, dass für mich Ruhe und Kraft ausstrahlt.

Klappentext (Quelle: Suhrkamp // Insel):

Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

Ein Leben mehr ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Ich lese an, der Einstieg:

„Eine Geschichte, in der es um Menschen geht, die spurlos verschwinden, um einen Todespakt, der dem Leben sein Salz gibt, um den unwiderstehlichen Ruf der Wildnis und um die Liebe, die dem Leben seinen Sinn gibt. Die Geschichte klingt unwahrscheinlich, aber da wir Zeugen haben, muss sie wahr sein. Wer an ihr zweifelt, dem entgeht einer dieser besonderen Orte, wo besondere Menschen leben.“ Und so geht es weiter. Das ist der Klang der Erzählung, leicht und intensiv zugleich, beständig und doch nicht langweilig. Ich lese zwanzig Minuten und will mehr, die Atmosphäre ist genau richtig für ein stürmisches Novemberwochenende, für ein sich Hinausträumen in die Wildnis. Hin zu diesen alten Männern, die so menschlich erzählen …

 

Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, eine Graphic Novel von Peter Eickmeyer

Zuletzt ist mir Remarque in der Schule untergekommen und ich habe nicht unbedingt die besten Erinnerungen daran. Das gleiche Gefühl wie ich damals hatte, schwappt schon mit den ersten Worten herüber. Aber es ist ja [Speed Dating] und das Buch hat seine 20-Minuten-Chance verdient. Und das ist gut so. Denn neben den vielen düsteren Momenten gibt es Facetten der Menschlichkeit, leise warme Töne. Es ist und bleibt ein Buch über Krieg im 20. Jahrhundert.
„Wir wurden hart, mißtrauisch, mitleidlos, rachsüchtig, roh, und das war gut: denn diese Eigenschaften fehlten uns gerade.“ (ohne Seitenangabe)
Aber selbst wenn man sonst nicht an dieses Thema herankommt, könnte ich mir vorstellen, dass es in dieser Graphic-Novel-Version gerade für Jugendliche eine Alternative ist, sich dem Buch zu nähern.

Klappentext (Quelle: Splitter Verlag)

Mit dem Antikriegsroman »Im Westen nichts Neues« erlangte Erich Maria Remarque 1928 weltweite Aufmerksamkeit. Das Buch wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt und von Millionen gelesen. Zudem hat es mittlerweile seinen festen Platz im Schulkanon. Der in Osnabrück geborene Autor verarbeitete in seinem Roman die Erlebnisse seiner Generation im 1. Weltkrieg und verdeutlichte durch seine realistisch-subjektivistische Schilderungen die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.

Das Buch ist ein zutiefst berührender Appell an die Menschlichkeit, gegen das Vergessen und gegen den Krieg. Der Roman, der mit dem Heldenpathos brach, wurde 1933 von den Nazis verbrannt. Für den Meller Künstler Peter Eickmeyer war es, wie er selbst schreibt, eine »Herzensangelegenheit«, Remarques Werk mit den Mitteln der Graphic Novel umzusetzen.

Die NDR Kulturredaktionen haben „Im Westen nichts Neues“ als Buch des Monats Juni 2014 ausgewählt.

 

Nach diesem Buch versuche ich noch ein Drittes, die oben genannte Graphic Novel von Plessix, doch Remarque hat seinen Spuren hinterlassen und eine fluffige Geschichte passt danach gar nicht. Es wäre nicht fair, jetzt über sie zu urteilen, was ich unweigerlich tue, also werde ich sie mir an einem anderen Tag noch einmal vornehmen.

 

Kennst Du eines der beiden Bücher und welches der Beiden würdest Du zuerst lesen?

 

Du kannst auch gerne beim [Speed Dating] mitmachen. Hier steht, wie es geht. Und vergiss nicht, mir Deinen Link dazulassen, ich schaue gerne bei Dir vorbei.

 

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Thema von Anders Norén.