Ganz ehrlich? Am Ende hab ich geheult. Nicht nur so ein bisschen. So richtig. Und fast braucht man nicht mehr über dieses Buch wissen. Außer vielleicht …

Völlig unschnulzig

Liebesgeschichte, Heulen am Ende, klingt nach einer Schnulze, könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Am Anfang fühlt es sich zwar fast etwas so an, als würde man in so einer typischen Sonntagsnachmittag-Highschool-Komödie-Schrägstrich-Liebesgeschichte landen. Mit dem schönen, mysteriösen und charmanten Jungen, in den ein Mädchen (Streber) heimlich verliebt ist.

 

„Von Golf- über Angel- bis hin zu Schwangerschaftszeitschriften las ich alles, was ich finden konnte. Keines der Hefte enthielt für mich auch nur annähernd Wissenswertes, aber da ich Golf hasste und sowohl Vegetarierin als auch Jungfrau war, überraschte mich das nicht.“

S. 181

 

Die beiden treffen sich im Diner … Doch was sie ihm dort vorschlägt, weicht vom Standardfilm ab: Das Roadmovie deutet sich an. Es geht nicht etwa einfach so los, sondern es vergeht Zeit, diese Entscheidung ist nicht impulsiv-emotional sondern wohlgeplant.

 

„Ich hatte gefühlte 800 verschiedene Abschiedsbriefe entworfen. Den flehenden […] Den schmeichelnden […] Den literarischen […] Den beleidigten […] Letztlich schien keine Variante die richtige zu sein und ich hatte alle Briefe weggeworfen.“

S. 28

 

Den Plan muss der Mysteriösling natürlich über Bord schmeißen und sich als Bösewicht etablieren. Er will nicht mit dem Bus fahren, sondern klaut sich das erste Gefährt. Bis hierhin habe ich gerne gelesen, aber es war mehr ein „ok“ als ein „großartig“, was die Geschichte bekommen hat. Das dreht sich dann deutlich und das Buch wird richtig

Lässig!

Es soll wirklich nicht gespoilert werden, deshalb einfach nur kurz: Die Auswahl der Fahrzeuge ist witzig, cool, hinreißend. Die „Rückgabe“ manchmal auch. Wir nehmen mit den Figuren Fahrt auf auf ihrer Reise, während Robinson, der Gestrandete, die männliche Hauptfigur, der Junge, der nun anscheinend auch in das Mädchen verliebt ist, immer mysteriöser wird.

 

„Kein Problem. Wir können uns wieder an Axis Plan A halten.“

„An den erinnere ich mich gar nicht mehr.“

„Der Bus – diese rollende Petrischale für Superbakterien. Ich weiß nicht, wie es die geht, Schätzchen, aber ich sehne mich nach einer ordentlichen Infektion.“ Er grinste irr.

S. 143

 

Und dann wird plötzlich klar, wovor die beiden davon laufen. Wovor sie nicht davon laufen können. Er ist nicht mehr der Bösewicht. Sie legt mehr und mehr den Streber ab. Am Ende bleibt nur noch das wirklich herzzerreißende Ende.

 

Klappentext

Scheinbar aus heiterem Himmel schlägt Axi ihrem besten Freund Robinson einen Trip quer durch die USA vor. Robinson macht mit und verwandelt die Reise in ein verwegenes Abenteuer: Statt mit dem Greyhoundbus düsen die beiden auf einer geklauten Harley los. Sie übernachten unter freiem Himmel und schwimmen in Privatpools – und immer wieder fragt sich Axi, wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch eines Morgens holt sie das Schicksal ein und es wird ihnen klar, dass sie sich vom ersten Augenblick geliebt haben und jeden einzelnen Moment des Glücks, der ihnen bleibt, auskosten wollen . . .

Fakten

James Patterson
Emily Raymond
Heart. Beat. Love.
Der Roadtrip ihres Lebens. Die erste große Liebe. Und nichts mehr zu verlieren.

Mit s/w-Fotos von Sasha Illingworth
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Singh
Hardcover
Deutsche Erstausgabe
320 Seiten
Ab 14 Jahren
ISBN 978-3-423-76107-9