Nachdem ich das neue Buch („Miss Blackpool“) von Nick Hornby erwähnt habe, kamen jetzt schon Nachfragen, wie es sei. Das kann ich noch nicht sagen, denn ich habe gleichzeitig ein zweites Buch gefunden, dass auch 2014 erschienen ist. An diesem Buch habe ich mich warm gelesen: „Jeder liest Drecksack // Everyone’s Reading Bastard“.
Der Einstieg ist ungewöhnlich: „Elaine und Charlie kamen an einem Montagmorgen irgendwann zwischen 9:30 Uhr und 10:00 Uhr in einem Café unweit der Schule ihrer Kinder überein, sich scheiden zu lassen.“
Und so wie es anfängt, geht die ganze Geschichte weiter. Es kommt eine Überraschung nach der anderen, die diese Trennung für Charlie zu einem Horrortrip und für Elaine zu einem Karrierekick machen. Denn Elaine sieht ein paar Dinge ganz anders als Charlie und lässt sich darüber in aller Breite und gespickt mit intimen Details in ihrer Kolumne in einer Tageszeitung aus.
Selbst als sie am Ende einen Schritt zu weit geht, und nicht mehr er sondern sie von den Lesern beschimpft wird, schafft sie es, das Blatt wieder für sich zu wenden. Sie hat ein Ass im Ärmel, warum sie auch in Zukunft über ihn schreiben kann was sie will, egal wie peinlich und gemein es ist.
Bemerkenswert ist die Geschichte, weil Nick Hornby in seiner unnachahmlichen Art mit Humor durch diese absurde Situation schreibt. Er spielt mit unseren Vorurteilen und Überzeugungen. Er macht uns nachdenklich, ob wir auch solche Gift und Galle spuckenden Monster sind, die Elaine folgen.
Das Buch ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen. Es besteht aus zwei Teilen: die deutsche Variante von Ingo Herzke übersetzt und dann folgt die Geschichte auf Englisch. Der deutsche Teil der Geschichte hat 69 Seiten und ist deshalb schnell gelesen. Den englischen Teil des Buches habe ich übrigens noch nicht gelesen, den hebe ich mir für Weihnachten auf.