Anna Thur

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[Blogparade] Autorenmarketing im Web Teil 1

Bei Vera läuft noch bis zum 28.02.2015 die Blogparade „Autorenmarketing im Web“. Und weil es ein Thema ist, was mich als Autorin und als Leserin berührt, habe ich meinen Beitrag aufgeteilt.

Welche Bedeutung hat Dein Blog für Dein Marketing im Web?

Ein Blog bringt Traffic aber ich sehe keine direkten Auswirkungen in den Verkaufszahlen. Insofern gebe ich Julia Recht: Bloggen bringt als Autor nur etwas, wenn man wirklich Spaß daran hat. Es ist mehr eine langfristige Angelegenheit, über die Leserinnen und Leser die Chance haben, etwas mehr über die Person zu erfahren, die hinter den Büchern steckt.

Wie oft veröffentlichst Du einen Blogartikel und zu welchen Themen schreibst Du?

Im Dezember 2014/Januar 2015 hab ich geschaut, wie der Blog bisher gelaufen ist und habe einen Redaktionsplan gemacht. Bis dahin hatte ich einfach zu unregelmäßig gepostet und war damit selbst nicht glücklich. Grundsätzlich habe ich mir zwei Rubriken überlegt, um einen Leitfaden dafür zu haben, wozu ich poste. Mittwochs gibt es Dinge aus der „Werkstatt“ und es gibt den Retrofreitag, wo ich alte Sachen poste (Fotos, meine Lieblings-Bücher etc.). Das ist der grobe Plan. Der Rest ergibt sich spontan beim Arbeiten. Ganz toll ist dabei auch immer der Kontakt zu anderen Bloggern, dem versuche ich Rechnung zu tragen.

Auf welchen Social-Media-Plattformen bist Du vertreten und wo besonders aktiv?

Bei Twitter bin ich mehr als für meine Zeit gut ist, aber ich mag es einfach: Die Kürze, die klaren Sätze, die direkte Kommunikation. Du lernst schnell neue Leute kennen, entdeckst viel. Irgendwie ist es toll, das kann man nicht erklären, dafür muss man einfach der Typ sein. In Facebook dagegen poste ich eher selten. Dort bin ich auch und halte zum Beispiel den Kontakt zu alten Freunden, aber eher über die privaten Nachrichten. Bei Facebook habe ich nicht das Gefühl, wirklich einfach neue Dinge entdecken zu können – aber ich bin offen, das in Zukunft weiter zu entwickeln. Tumblr ist etwas, wo das Entdecken auch sehr gut geht. Genauso wie bei Twitter. Aber Tumblr, das muss man gleich sagen – ist eine reine Herzensangelegenheit, reiner Spaß, das bringt mir als deutschpublizierender Autor nichts.

Wie oft postest Du etwas auf den Social-Media-Plattformen und was sind die Inhalte Deiner Posts?

Tumblr: ist meine visuelle Spielwiese, da poste ich Bilder die thematisch gerade zu meiner Arbeit und zu Covern passen.

Twitter: Mache ich unter der Woche im Augenblick täglich und wenn es sich ergibt am Wochenende. Aber am Wochenende verschlucken mich eher die Bücher und ich vergesse die Technik (ja auch wenn ich elektronisch lese). Ich poste über bewegende Dinge, meine Arbeit (wenn mich die Temp-Umgebungsvariable zum Beispiel mal wieder in den Wahnsinn treibt), inspirierende Sachen und ein bisschen über Branchen-Stuff.

Facebook: Da geh ich wie gesagt mehr über den direkten, privaten Austausch.

Auf welchen Special-Interest-Plattformen, wie Lovelybooks usw., bist Du vertreten? Wie aktiv nutzt Du sie? & Gibt es noch andere Tools im Web, die Du für Dein Marketing nutzt?

Lovelybooks, bloglovin/blogconnect habe ich gerade angefangen zu testen. Aber das steckt noch komplett in den Kinderschuhen. Bei Lovelybooks mache ich gerade die erste Leserunde mit, das ist sehr sehr spannend.

Wie definierst Du Erfolg für Deine Aktivitäten im Web?

Bisher hat sich der Erfolg meiner Bücher, die ja noch ausschließlich bei Amazon sind, komplett aus der Sichtbarkeit bei Amazon gespeist. Ich hatte Glück, dass sich sehr viele Leserinnen und Leser für meine Geschichten interessiert haben und ich nach der Veröffentlichung schnell über das Ranking sichtbar war. Da gehören ja ein paar mehr Downloads und Käufe dazu, als dass über ein „paar“ Internet-Kontakte Käufer zu Amazon finden. Dazu muss man aber auch sagen, dass ich selbst nicht der Typ für direkte Werbung bin und zum Beispiel Twitter-Posts „Kauf xyz“ nicht mag und so etwas sehr ungern poste. Da gehen mir sicher auch „zwei, drei“ Käufer verloren.

Die ganzen Internetaktivitäten sehe ich als ein Paket und langfristig (auch wie Vera schreibt: „als Mosaiksteinchen“). Ich habe ein paar Pläne für Bücher und hoffe, dass ich sehr sehr lange die Gelegenheit habe, Fiktion zu schreiben. Erfolg ist für mich, wenn ich das Gefühl habe, dass Leute meine Arbeit mögen. Dazu gehören auch meine Online-Aktivitäten. Und wenn ich den direkten Austausch habe, jemand gerne mein Testleser sein möchte, mir schreibt, dass ihm eine Geschichte besonders zu Herzen gegangen ist. Erfolg ist für mich auch, mich mit anderen Bücherliebhabern ernsthaft auszutauschen. Mir sind echte Beziehungen wichtig. Das ist für mich Qualität und Erfolg.

Trotzdem schaue ich mir natürlich auch an, wie die Leserzahlen auf dem Blog sind. Wenn die steigen bilde ich mir ein, etwas richtig zu machen. Und dann versuche ich das, was ich richtig mache, noch richtiger zu machen und den Rest versuche ich sein zu lassen.

Eins vielleicht noch: Ich habe ja viele Jahre Zeitungen und Magazine gemacht. Da war eine Regel, dass etwas gut läuft, wenn nicht zu viele Beschwerden kommen und wenn es gleichzeitig diese bestimmte Art von Anfeindungen gibt, weißt Du, dass es richtig gut war. Manche Dinge bekommt man ja immer nur am Rande oder kurz vor der Löschung mit: Es ist schon heftig was im Internet gedisst, getreten, gemobbt etc. wird. Aber damit kann man umgehen lernen.

Hast Du weitere Pläne oder Ziele für Deine Marketingaktivitäten im Web?

Ich hoffe, dass ich den Austausch mit anderen Bloggern und meinen eigenen Blog weiter so intensiv betreiben kann. Auf Lovelybooks oder bei Goodreads würde ich gerne aktiver sein, da muss ich schauen, was ich machen kann.

Was ist Dein Tipp an alle anderen, die sich auch mit Autorenmarketing im Web beschäftigen?

  • Macht einen Plan, denkt professionell und nehmt Euch nicht zu viel vor.
  • Denkt einen Blog langfristig und realistisch.
  • Macht die Dinge, die zu Euch passen und seid ehrlich: Findet Eure eigene Stimme.
  • Habt Geduld.
  • Lest viel zum Thema: Zum Beispiel die anderen Beiträge zur Blogparade. Da werden viele wichtige Sachen genannt.
  • Neben den ganzen sehr netten Dingen, die im Netz passieren, gibt es auch üble Sachen. Die gehören leider dazu. Dagegen gibt es Mittel: Legt sie Euch zu für den Fall, dass Ihr angegriffen werdet, und bleibt selber nette Menschen.
  • Der absolute Killer sind Autorenseiten die nicht gepflegt werden. Löscht das bitte! Ich kann eher damit leben, dass es nichts zu finden gibt, als dass es schlechte Inhalte gibt.

In Teil 2 lest Ihr, warum ich Autorenmarketing furchtbar finde. Aber bevor Ihr geht, würde mich brennend interessieren: Kann es sich ein Autor überhaupt leisten, sich in seinen Social Media Kanälen auf die Inhalte zu konzentrieren? Muss er oder sie manchmal nicht doch über die Schmerzgrenze hinaus Werbung machen?

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Thema von Anders Norén.