Anna Thur

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[Blogparade] Autorenmarketing ist furchtbar (oft) – Teil 2

An der Stelle würde ich gerne die Perspektive wechseln und im zweiten Teil meines Beitrags zu Veras Blogparade noch etwas als leidenschaftliche Leserin sagen. Ich lese nämlich selbst sehr viel – gerne auch Buchblogs und die Social Media Präsenzen von anderen Autoren.

Von den meisten Autorenseiten bin ich sehr enttäuscht. Ich will nicht einfach nur was vom Verlag serviert bekommen, sondern auch den Autoren selbst erleben, entdecken, von den Dingen, die ihm oder ihr wichtig sind, etwas erfahren. Zum Beispiel hatte ich das bei „Die Tribute von Panem“ gehofft.

Ich mag es, wenn ich beim Lesen seines Buches, ein Bild vom Autoren im Kopf habe. Dass er zum Beispiel ein kinderloser Intellektueller ist, der auf dem Brandenburger Land in einer blauen Mühle wohnt. Dass sie jeden Morgen 5 Uhr aufsteht und in ihr Büro hinter der Garage geht, um erst einmal zwei Stunden zu schreiben und danach das Frühstück für die Familie zu machen.

Ich hab zum Beispiel mal Christoph Meckel einen langen langen Brief geschrieben, auf den er kurz geantwortet und aber jede Menge Lavendel mit in den Brief gesteckt hat. Da hatte sein nächstes Buch, das zwischen Lavendelfeldern gespielt hat, eine ganz andere Grundmusik.

Oder ich vergesse nicht, wie uns unser Literaturprof erzählt hat, wie Erich Fried mit einer Aldi-Tüte auf die Bühne gehumpelt kam. Der Literaturprof war ganz jung, frisch verliebt und freute sich auf Liebesgedichte: Und dann dieser kleine, humpelnde Mann mit einer Aldi-Tüte. Das ist so sehr Fried und das ist zugleich so sehr das, was sein Geschriebenes ausmacht.

Solche kleinen Anekdoten lesen wir als Leser heute zwischen den Social-Media-Zeilen und bringen uns einem Autoren menschlich näher.

Drei moderne Beispiele für Autorenmarketing, die mir spontan einfallen, sind:
Elli Minz, einer lieben Selfpublisher-Kollegin von der es auch bald ein neues Buch geben wird.
Susan Dennard, die eine nette Seite und auch einen lesenswerten Newsletter hat.
Kate Harrison, die Autorin der „Soul Beach“-Trilogie, hab ich zum Beispiel sehr positiv und als offen im Netz erlebt. Man kann mit ihr schon mal darüber plaudern, wie es um ihr Deutsch steht, dass sie als Kind gelernt hat.

Geht es Euch auch so, dasss Ihr mit Autoren kleine Anekdoten verbindet und auch Bilder im Kopf habt? Ist Euch das wichtig oder egal?

Du willst noch meinen ersten Beitrag zu Veras Blogparade lesen? Hier entlang.

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Thema von Anders Norén.